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Steuerreform 2009 – Wie kommt man zum Geld?

Am 31. März 2009 ist das Steuerreformgesetz 2009 in Kraft getreten – in den meisten Punkten jedoch mit Rückwirkung ab 1. Jänner 2009. Hauptziel der Steuerreform war es, die Kaufkraft der Bevölkerung zu stärken und damit die Konjunktur zu beleben. Wie kommt man nun am schnellsten in den Genuss der Steuererleichterungen?

1. Lohnsteuergutschrift      

a)  bei nicht unterbrochenen Dienstverhältnissen

Die rückwirkende lohnsteuerliche Berücksichtigung der Steuersatz-Änderungen für Bezüge der Monate 1 – 3 / 2009 beim selben Dienstgeber wurde diesen aufgebürdet, dh die bisher nach altem Steuerrecht abgerechneten Monate müssen die Dienstgeber kostenlos bis spätestens 30. Juni 2009 nach neuem Steuerrecht aufrollen und die Steuergutschrift an die Dienstnehmer weiterleiten. In der Regel wird der Steuerbonus mit der April-Gehaltsverrechnung am Bankkonto bemerkbar sein.

b)  bei Jobwechsel

Dienstnehmer, die in den ersten 3 Monaten den Dienstgeber gewechselt haben, müssen auf die Gutschrift für die Monate Jänner bis März 2009 (alter Dienstgeber) bis zur Arbeitnehmerveranlagung 2009 (die erst im Frühjahr 2010 durchgeführt werden kann) warten. Eine Aufrollung früherer Gehalts¬abrech¬nun¬gen beim neuen Dienstgeber ist nicht möglich. Ab April 2009 wird ohnehin der neue Steuertarif angewendet.

2. Kinderabsetzbetrag      

Der um € 7,50 pro Monat erhöhte Kinderabsetzbetrag wird automatisch mit der nächsten Familienbeihilfenzahlung ausbezahlt.

3. Kinderbetreuungskosten – Spenden -  Kirchenbeitrag

Bestimmte Kinderbetreuungskosten für Kinder bis zum 10. Lebensjahr können bis zu € 2.300,-- pro Jahr als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden.

Bestimmte Spenden für mildtätige Zwecke bzw. für Entwicklungs- oder Katastrophenhilfe können bis zu 10 % des Gesamtbetrages der Einkünfte des Vorjahres (nach Verlustausgleich) als Sonderausgabe abgesetzt werden.

Kirchenbeitragszahlungen ab 1. 1. 2009 können bis zu € 200,-- steuerlich als Sonderausgabe berücksichtigt werden.

Die steuerliche Berücksichtigung dieser genannten außergewöhnlichen Belastungen bzw. Sonderausgaben kann erfolgen durch:

a) Arbeitnehmerveranlagung 2009 (in den meisten Fällen), oder
b) Ausstellung eines (neuen) Freibetragsbescheides durch das Finanzamt und Vorlage beim Dienstgeber. Die Finanzämter stellen Freibetragsbescheide aber nur aus, wenn (zusätzliche) Werbungskosten von mindestens € 900,-- (oder Katas-trophenschäden-Ausgaben) glaubhaft gemacht werden können.

4. Kinderfreibetrag neu

In den Genuss der Steuerersparnis aus dem neuen Kinderfreibetrag (bis zu € 220,-- pro Kind und Jahr) kommt man ausschließlich über die Arbeitnehmerveranlagung 2009 (Einkommensteuererklärung 2009).

5. Berücksichtigung der Steuerreform bei Selbständigen

Für Steuerpflichtige mit (auch) selbständigen Einkünften, die eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen und bereits vierteljährliche Einkommensteuervorauszahlungen zu leisten haben,  kann ein (fundiert berechneter) Steuer-Herabsetzungsantrag gestellt werden. Die neuen Steuerbegünstigungen (siehe vorhin Pkt. 1.- 4. sowie FBiG, vorzeitige AfA usw. können bei der Ermittlung der voraussichtlichen Jahressteuer berücksichtigt werden.


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Ärztetreuhand Braunschmid
Linz - Graz