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Finanz prüft Auslandszinsen

In letzter Zeit häufen sich jene Fälle, in denen das Finanzamt ausländische Zinseneinkünfte prüft.

Wer ein ausländisches Bank-/Sparkonto oder ein Wertpapierdepot hat, muss in der Regel auch die daraus resultierenden Zinsen in die österreichische Einkommen-steuererklärung aufnehmen; sie werden in Österreich mit 25 % besteuert. Der ausländische Staat kann jedoch bereits vorweg eine Steuer abziehen, die in Österreich aber berücksichtigt wird.


Einkommensteuer von ausländischen Kapitalerträgen

Der Einkommens-Besteuerung in Österreich unterliegt das sogenannte „Welteinkommen“, d.h. alle Einkünfte, egal wo in der Welt sie erzielt wurden, unterliegen grundsätzlich dem österreichischen Einkommen-
steuergesetz, auch dann, wenn im Ausland bereits eine Steuer zu entrichten war. In verschiedenen Doppelbesteuerungsabkommen mit anderen Staaten wird die Besteuerung zwischen Einkommens- und Wohnsitzstaat näher geregelt, mit dem Ziel, den Steuerpflichtigen nicht in beiden Staaten der vollen Steuerpflicht zu unterwerfen.

Zinseneinkünfte aus ausländischen Bankguthaben oder Wertpapieren, Dividenden aus Aktien oder auch sog. ausschüttungsgleiche Erträge aus Fonds sind in die österreichische Einkommensteuererklärung aufzunehmen und zu versteuern; eine im Ausland einbehaltene Steuer wird im Regelfall in Österreich wie eine geleistete Vorauszahlung abgezogen.


Finanzamt forscht nach – und hat Daten von anderen Staaten

Bereits seit rd. 4 Jahren gibt es zwischen EU-Staaten einen Datenaustausch über Zinsen an Privatpersonen, dh der jeweilige Wohnsitzstaat wird über die Höhe der Zinsenerträge informiert. Damit soll sichergestellt werden, dass die erzielten Zinsen beim Empfänger in dessen Wohnsitzstaat versteuert werden.

Österreich, Belgien und Luxemburg heben (wegen strengerer Bankgeheimnis-Regelungen) statt der Informationsweitergabe an andere Staaten  eine Quellen-steuer für grenzüberschreitende Zinsenzahlungen ein. Ebenso die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Liechtenstein, Monaco, San Marino, Andorra. Diese Quellensteuer beträgt aktuell 20 % und wird ab 1.7.2011 auf 35 % angehoben. Von der Quellensteuer werden drei Viertel an den Wohnsitzstaat weitergeleitet.

Das Finanzamt eröffnet das Nachforschungs-Verfahren meist mit einem harmlos anmutenden „Ersuchen um Ergänzung“ in Bezug auf eine Einkommensteuer-erklärung. Wurden die ausländischen Zinsenerträge in der österreichischen Steuererklärung nicht angegeben, kommt es zu einer Nachversteuerung. Weiters kann es zu einer Verzinsung der Steuerschuld oder auch zu einem Säumnis-zuschlag kommen. Wurden die Zinsen absichtlich verschwiegen, ist bei entsprechenden Beträgen auch mit einem Finanzstrafverfahren zu rechnen. Wird das Finanzamt bei einem Jahr fündig, wird das Verfahren meist auf weitere Jahre ausgedehnt.

Die finanzamtliche Emsigkeit bei der Zinsenbesteuerung kann auch noch zu weiteren Feststellungen führen, z.B. zur Aufdeckung von Spekulationsgewinnen aus Wertpapiergeschäften.

Zur Erinnerung:
Werden Wertpapiere (z.B. Aktien) innerhalb von 12 Monaten mit Gewinn verkauft, liegt ein steuerpflichtiger Spekulationsgewinn vor, der in der Einkommensteuererklärung angegeben werden muss.

Sollten Sie ausländische Zinsenerträge zu erklären haben ist es ratsam, dies vor der Entdeckung durch die Finanz zu tun, weil dadurch zwar nicht die Steuer aber eine allfällige Finanzstrafe vermieden werden kann.

 


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Ärztetreuhand Braunschmid
Linz - Graz