HOME

Top informiert und das völlig kostenlos! Abonnieren Sie das MEDTAX-Online-Magazin!

>> MEDTAX-Online-Magazin

Familienförderung durch das Steuerreformgesetz 2009

Mit dem Familienpaket des Steuerreformgesetzes 2009 sind mit Wirkung 1. Jänner 2009 folgende steuerliche Begünstigungen in Kraft getreten:

1. Erhöhung des Kinderabsetzbetrages

Der monatliche Kinderabsetzbetrag, der zusammen mit der Familienbeihilfe ausbezahlt wird, wurde pro Kind von € 50,90 auf
€ 58,40 erhöht. Bei einem Kind, für das ein Elternteil Familienbeihilfe erhält, bedeutet dies einen auf das Kalenderjahr hochgerechneten Einnahmenzuwachs in Höhe von € 90,-.

2. Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag beträgt für ein Kind, für das Familienbeihilfe gewährt wird, € 220,- pro Jahr.

Wird für dasselbe Kind von einem anderen Steuerpflichtigen (z.B. (Ehe) Partner) ebenfalls ein Kinderfreibetrag geltend gemacht, beträgt der Kinderfreibetrag € 132,- jährlich pro Steuerpflichtigem.

Der Kinderfreibetrag erhöht sich somit insgesamt auf € 264,- pro Jahr.

Der Kinderfreibetrag wird im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer (Arbeitnehmerveranlagung oder Einkommen-
steuererklärung) berücksichtigt. Es ist dabei entweder die Sozialversicherungsnummer oder die persönliche Kennnummer der Europäischen Krankenversicherungskarte des Kindes, für das der Kinderfreibetrag in Anspruch genommen wird, anzugeben.

3. Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten

Die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten als außergewöhnliche Belastung ohne Selbstbehalt ist der wohl wichtigste Teil des Familienpakets. Im Zuge der Veranlagung zur Einkommensteuer kann das Einkommen um max. € 2.300,- pro Jahr und Kind gemindert werden.

Folgende Voraussetzungen sind dabei zu beachten:

  • Die Kosten müssen unmittelbar gegenüber der Kinderbe-
    treuungseinrichtung (z.B. Kindergarten) oder Betreuungs-
    personen angefallen sind. Als Betreuungspersonen gelten dabei pädagogisch qualifizierte Personen (z.B. ausgebildete Tagesmütter) ausgenommen haushaltszugehörige Angehörige. 
    Au-pair-Personal wird grundsätzlich als nicht haushaltszuge-
    hörig qualifiziert, allerdings ist die pädagogische Ausbildung zur Absetzbarkeit der Kosten zu beachten, wobei abzuwarten bleibt, welche Personen tatsächlich als pädagogisch qualifiziert gelten werden.
  • Dem Steuerpflichtigen oder seinem (Ehe) Partner muss die Familienbeihilfe mehr als 6 Monate im Kalenderjahr gewährt werden.
  • Das Kind darf zu Beginn des Kalenderjahres das 10. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und es muss sich ständig im Inland, in einem Mitgliedstaat der EU, des EWR oder in der Schweiz aufhalten.

Die Begünstigung kann auch von beiden Elternteilen für die von ihnen nachweislich getragenen Kosten bis zu insgesamt € 2.300,- geltend gemacht werden (keine doppelte Berücksichtigung).

Die Geltendmachung erfolgt auch hier unter Angabe der Sozialver-
sicherungsnummer oder der Kennnummer der Europäischen Krankenversicherungskarte des Kindes.

4. Steuerfreie Zuschüsse des Arbeitgebers zu Kinderbetreuungskosten

Der Arbeitgeber kann ab 2009 seinem Arbeitnehmer einen steuerfreien Zuschuss in Höhe von € 500,- pro Kind und Jahr gewähren. Nur ein Arbeitgeber kann pro Kind einen steuerfreien Zuschuss gewähren, der Zuschuss muss dem Kind daher eindeutig zugeordnet werden.

Folgende Voraussetzungen sind zu beachten:

  • Dem Arbeitnehmer selbst muss die Familienbeihilfe mehr als 6 Monate im Kalenderjahr zustehen.
  • Das Kind darf zu Beginn des Kalenderjahres das 10. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und es muss sich ständig im Inland, in einem Mitgliedstaat der EU, des EWR oder in der Schweiz aufhalten.

Der Arbeitnehmer muss dem Arbeitgeber folgende Erklärung abgeben:

  • Die oben genannten Voraussetzungen liegen vor.
  • Angabe, ob und in welcher Höhe ein früherer/anderer Arbeitgeber bereits einen steuerfreien Zuschuss für dieses Kind im Kalenderjahr bereits leistet/geleistet hat.
  • Angabe der Sozialversicherungsnummer oder der Kennnummer der Europäischen Krankenversicherungskarte des Kindes.


<< zurück zur Übersicht
Dieser Beitrag wurde verfasst von

ECOVIS - Dr. Scholler & Partner Wirtschaftstreuhand
Wien - NÖ