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Steuervorteile bei Nachkauf vom Schul- und Studienzeiten

Allen öffentlichen Beteuerungen zum Trotz muss man im Falle eines künftigen Pensionsantrittes mit real sinkenden Pensionen rechnen.

Häufig steht auch die Möglichkeit eines beschleunigten Pensionsantrittes an.

In diesem Zusammenghang stellt sich regelmässig die Frage, ob und wann Schul- und Studienzeiten nachgekauft werden sollen, zumal dadurch oft ein beschleunigter Pensionsantritt ermöglicht wird.

Vor dem 1.1.2005 liegende Zeiten, in denen eine inländische

– öffentliche mittlere Schule oder mittlere Schule mit vergleichbarem
   Bildungsangebot oder höhere Schule (zB Handelsschule, Gymnasium),
– Akademie oder verwandte Lehranstalt (zB Pädagogische Akademie) oder
– Hochschule/Kunstakademie

nach Vollendung des 15. Lebensjahres besucht wurde, werden in der Pensionsversicherung nach Vorlage entsprechender Nachweise als Ersatzzeiten vorgemerkt.

Ebenso werden Ausbildungszeiten am Lehrinstitut für Dentisten und eine nach dem Hochschulstudium vorgeschriebene Berufsausbildung berücksichtigt.

Schultyp

Höchstausmaß

Mittlere Schule

 

2 Jahre = 24 Monate

 

Höhere Schule oder Akademie

 

3 Jahre = 36 Monate

 

Lehrinstitut für Dentisten

 

1 Jahr = 12 Monate

 

Hochschule/Kunstakademie

 

12 Semester = 72 Monate

 

Ausbildungszeit

 

6 Jahre

 


Als Ersatzzeiten werden für jedes Schuljahr 12 Monate, für jedes Hochschulsemester 6 Monate und Ausbildungszeiten in ihrer Dauer vorgemerkt, sofern mindestens ein abgeschlossenes Schuljahr oder ein Studiensemester und noch eine weitere Beitragszeit vorliegt.

Damit die vorgemerkten Schulzeiten auch bei der Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen und der Pensionsberechnung berücksichtigt werden können, müssen diese nachgekauft werden. Nachgekaufte Schulzeiten gelten als Beitragszeiten der freiwilligen Versicherung (Eine Ausnahme besteht bei Witwen-, Witwer- und Waisenpensionen, bei diesen zählen Schulzeiten auch ohne Beitragsleistung als Ersatzzeiten).

Die Kosten des Nachkaufes sind von der Art der Schule und vom Zeitpunkt des Antrages abhängig.

a)

Für vor dem 1.1.1955 geborene Personen gelten bei einer Antragstellung im Jahr 2009 die durch den Risikozuschlag entsprechend dem Lebensalter erhöhten Beträge:

Schultyp

Nach Vollendung des

50. Lebensjahres

 

Nach Vollendung des

55. Lebensjahres

 

Nach Vollendung des

60. Lebensjahres

 

Mittlere Schule

 

Höhere Schule

oder Akademie

 

Lehrinstitut für

Dentisten

 

 

 

 

EUR 507,16

 

 

 

 

EUR 678,25

 

 

 

 

EUR 714,92

 

Hochschule

Kunstakademie

 

Ausbildungszeit

 

 

 

EUR 1.014,33

 

 

 

EUR 1.356,51

 

 

 

EUR 1.429,83

 



b)

Für nach dem 31.12.1954 geborene Personen kostet bei einer Antragstellung im Jahr 2009 ein Studien- bzw. Ausbildungsmonat EUR 611,04 und jeder sonstige Schulmonat EUR 305,52.

Für diese Gruppe kommt der Risikozuschlag nicht mehr zur Anwendung. Deshalb erhalten jene Personen, welche bereits früher eine durch den Riskozuschlag erhöhte Beitragsleistung erbracht haben, die auf den Risikozuschlag entfallenden Beitragsteile über Antrag vor Pensionsanfall oder von Amts bei Pensionsantritt aufgewertet rückerstattet.

Der Antrag auf Nachkauf kann bei jedem Versicherungsträger, bei dem mindestens ein Versicherungsmonat erworben wurde, gestellt werden. Die Antragstellung ist an keine Frist gebunden und kann bis zum Pensionsstichtag erfolgen. Antragsformulare gibt es bei jeder SVA- Landesstelle oder im Internet unter http://www.sva.at/. Nach Antragstellung erhält man eine Mitteilung über die Anzahl der Schul- und Studienmonate, die eingekauft werden können. Dann sind drei Monate Zeit um über den Nachkauf zu entscheiden.

Nach der Vorschreibung der Beiträge steht es dem Versicherten frei, ob bzw. wie viele Monate tatsächlich gekauft werden. Eine Entrichtung in Teilbeträgen ist möglich. Die Raten bleiben – eine ununterbrochene, termingerechte Entrichtung vorausgesetzt - fix.

Der Nachkauf von ab dem 1.1.2005 absolvierten Schulzeiten wird in Form der nachträglichen Selbstversicherung (zu anderen als den oben angeführten Sätzen) durchgeführt.

Aus steuerlicher Sicht können die Beiträge für nachgekaufte Versicherungszeiten in voller Höhe steuerlich als Sonderausgabe abgeschrieben werden. Die daraus zustehende Pension unterliegt dann dem Lohnsteuerabzug und der Krankenversicherung (derzeit 5,1%).

Der Nachkauf von Versicherungszeiten ist insbesondere zu empfehlen, wenn dadurch eine vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer nach der „Hacklerregelung“ bezogen werden kann. Diese setzt bei Frauen 480 und bei Männern 540 Beitragsmonate voraus. In diesem Fall „rentiert“ sich die Nachzahlung schon dann, wenn die Summe der zusätzlich bezogenen Pensionen dem Nachkaufsbetrag entspricht. Langzeitversicherte können früher in Pension gehen, erhalten höhere Leistungen und geringere (bis 2013 sogar keine) Abschläge.

Kommt es ohne Vorrückung des Pensionszeitpunktes durch den Nachkauf lediglich zu einer Erhöhung der Pension, ist der Nachkauf meist weniger ratsam. In diesem Fall hängt die Amortisation des Nachkaufes stark von der Pensionsbemessungsgrundlage ab. Hier kann festgehalten werden, dass die Rentabilität eines Nachkaufes im Allgemeinen umso höher ist, je höher die Pensionsbemessungsgrundlage sein wird.




 


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Leonhart und Leonhart
Wien - NÖ