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Freie Dienstnehmer werden teurer

Die Beschäftigung freier Dienstnehmer wird teurer, da für diese mittlerweile die selben Lohnabgaben wie für normale Dienstnehmer zu bezahlen sind.

Während so die steuerrechtliche Gleichstellung der Freien mit den Angestellten gegeben ist, bestehen arbeitsrechtlich nach wie vor Unterschiede: Alle Spezialgesetze, Kollektivverträge und Betriebsvereinbarungen haben nämlich auf die Freien auch weiterhin keine Anwendung. Zum Tragen kommt das vor allem bei der Höhe des Urlaubsanspruchs, der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall sowie der Sonderzahlungen (13. und 14. Bezug).

Melde- und damit sozialversicherungspflichtig sind neben den Dienstnehmern auch die sogenannten "freien Dienstverträge„. Die "freien Dienstnehmer" werden den normalen Dienstnehmern sozialversicherungsrechtlich weitgehend gleichgestellt. Die "freien Dienstnehmer" sind wie folgt normiert:

• Es handelt sich um Dienstleistungen, die im wesentlichen persönlich
   zu erbringen sind;

• der Dienstnehmer verfügt über keine wesentlichen eigenen
   Betriebsmittel;

• es besteht eine Verpflichtung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit 
   (Dauerschuldverhältnis);

• Ausübung der Tätigkeit für einen Unternehmer usw.; 
   nicht dagegen Tätigkeiten für private Auftraggeber

Freie Dienstnehmer entrichten ihre Einkommensteuer selbst. Sie unterliegen im Unternehmen keiner Anwesenheitspflicht, können sich beliebig vertreten lassen und sich ihre Arbeit selbst einteilen.

Ab 2010 ist auch für freie Dienstnehmer Kommunalsteuer (3%) sowie Dienstgebergeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (4,5%) zu bezahlen.

Eine Ausnahme von der Versicherungspflicht für freie Dienstverträge besteht dann, wenn die Honorare beim Auftragnehmer bereits sozialversicherungspflichtig sind als Gewerbetreibender, kammerzugehöriger Freiberufler oder Beamter mit einer Nebentätigkeit.

Die Beschäftigung eines Arztes durch einen Kollegen im Rahmen einer Ordinationsvertretung ist nicht als freier Dienstvertrag durch den Auftraggeber melde- und sozialversicherungspflichtig. Wenn der Auftragnehmer (Praxisvertreter) im übrigen anderwertig nur im Dienstverhältnis (z.B. als Spitalsarzt) tätig ist (keine eigene Praxis angemeldet hat oder Wohnsitzarzt ist) besteht für diesen allerdings dafür die Verpflichtung, die ärztliche Nebentätigkeit bei der Ärztekammer anzuzeigen.

Hinweis: Bei Vorliegen eines "Werkvertrages" besteht im Gegensatz zum freien Dienstverhältnis keine Sozialversicherungspflicht. Ein Werkvertrag ist ein sogenanntes "Zielschuldverhältnis", d.h. der Auftragnehmer schuldet dem Auftraggeber die Erstellung des "Werkes", also einen bestimmten Erfolg bzw. ein bestimmtes Ergebnis.



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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Leonhart und Leonhart
Wien - NÖ