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Ferialjobs 2010

Tipps und Infos rund um den Ferialjob Ihres Nachwuchses

1. Echte Ferialpraktikanten:
Das sind Schüler oder Studenten, die ein vorgeschriebenes oder übliches Praktikum absolvieren. Für „echte“ Ferialpraktikanten steht der Lern- und Ausbildungszweck im Vordergrund. Es besteht keine Arbeitspflicht und keine Bindung an Arbeitszeiten, Arbeitsort und Arbeitsanweisungen. Ein „echter“ Ferialpraktikant ist somit kein Arbeitnehmer im arbeitsrechtlichen Sinn und unterliegt daher nicht den arbeitsrechtlichen Gesetzen und Kollektivverträgen.

Es gebührt keine Sonderzahlung und kein Urlaub. In der Regel erhält ein „echter“ Ferialpraktikant nur ein Taschengeld, das frei vereinbart werden kann und üblicherweise unter dem Lohn eines normalen Arbeitnehmers liegt.

Liegt das vereinbarte Taschengeld unter der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze von derzeit € 366,33, dann ist der „echte“ Ferialpraktikant in der gesetzlichen Sozialversicherung nur unfallversichert. Ist das Taschengeld höher, dann besteht Vollversicherung in der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung.

2. Ferialarbeitnehmer:
Sicherlich der häufigste und üblichste Fall: Schüler und Studenten, die in den Ferien arbeiten, um etwas zu verdienen. Ferialarbeitnehmer sind immer in einem Dienstverhältnis tätig, da für sie die persönliche Abhängigkeit und Weisungsgebundenheit hinsichtlich Arbeitszeit, Arbeitsort und arbeitsbezogenes Verhalten gilt.

Es besteht Anspruch auf zumindest kollektivvertragliche Entlohnung, anteiliges Weihnachts- und Urlaubsgeld (wenn der maßgebliche Kollektivvertrag das vorsieht), Urlaub bzw. geldmäßige Abfindung dafür und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Dauert das Ferialarbeitsverhältnis länger als 1 Monat, besteht Anspruch auf Abfertigung-Neu und Ausstellung eines Dienstzettels. In der Sozialversicherung sind Ferialarbeitnehmer wie alle anderen „normalen“ Dienstnehmer zu behandeln.

3. Volontäre:
Dies sind Personen - nicht nur Schüler oder Studenten -, die sich ausschließlich zum Zweck der Erweiterung und Anwendung von Kenntnissen sowie zum Erwerb von Fertigkeiten für die Praxis ohne Arbeitspflicht und ohne Entgeltanspruch in Betrieben betätigen. Die Tätigkeit eines Volontärs ist durch Schul- oder Studienbestimmungen nicht vorgeschrieben und auch nicht allgemein üblich. Volontäre sind nur unfallversichert und müssen nicht bei der Gebietskrankenkasse, sondern bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt angemeldet werden.

Wie sieht’s mit der Steuer aus?
Steuerlich werden alle 3 Gruppen als Arbeitnehmer behandelt. Somit muss der Beschäftigerbetrieb die Lohnsteuer einbehalten. Diese fällt in der Regel ab einem Monatsbrutto von € 1.012,- an. Ein Lohnkonto muss geführt und einen Lohnzettel ausstellt werden.

Verlust Familienbeihilfe?
Zuerst die gute Nachricht: Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres kann man unbegrenzt dazuverdienen - die Familienbeihilfe wird in jedem Fall weiter ausbezahlt.

Ab 18 Jahren kann es brenzlig werden. Für den Bezug der Familienbeihilfe darf das zu versteuernde Gesamteinkommen dann den Betrag von derzeit € 9.000,- pro Jahr nicht überschreiten. Passiert dies doch, ist die Familienbeihilfe für das gesamte betreffende Kalenderjahr verloren. Achtung: Es erfolgt im Nachhinein eine Rückforderung durch das Finanzamt!

Die gute Nachricht dazu: Bestimmte Einkünfte bleiben dabei unschädlich und werden bei der Ermittlung obiger Einkommensgrenze nicht mitgerechnet. Dazu gehören z.B. Entschädigungen aus einem anerkannten Lehrverhältnis, Waisenpensionen und Waisenversorgungsgenüsse, Beihilfen nach dem Studienförderungs- und dem Schülerbeihilfengesetz, Arbeitslosengeld, Wochengeld, Kinderbetreuungsgeld etc.

Abgesehen von der Überschreitung obiger Einkommensgrenze kann es jedoch auch aus anderen Gründen zum Verlust der Familienbeihilfe kommen. So kommt es in der Praxis sehr häufig vor, dass die Familienbeihilfe deshalb verloren geht, weil verlangte Leistungsnachweise zur Ausbildung des Kindes nicht rechtzeitig vorgelegt werden können. Für Studierende gilt z.B. dass der erste Studienabschnitt spätestens 1 Semester nach der vorgeschriebenen Mindeststudiendauer erfolgreich abgeschlossen sein muss. Zum Nachweis ist das erste Diplomprüfungszeugnis vorzulegen. Gelingt dies nicht, so ruht der Anspruch auf Familienbeihilfe bis zum tatsächlichen Abschluss des ersten Studienabschnittes. Ab dem Monat, in dem die letzte Prüfung des ersten Abschnittes abgelegt wird, steht erneut Familienbeihilfe zu. Für das erneute Aufleben der Familienbeihilfe gilt das Datum der letzten Prüfung und nicht etwa das spätere Ausstellungsdatum des Zeugnisses.

Nach den für den zweiten Studienabschnitt vorgesehenen Semestern zuzüglich eines Toleranzsemesters muss das zweite Diplomprüfungszeugnis für den weiteren Bezug der Familienbeihilfe z.B. für einen etwaigen 3. Studienabschnitt vorgelegt werden. Maximal kann die Familienbeihilfe bis zur Altersgrenze von 26 Jahren bzw. 27 Jahren bei Päsenz- oder Zivieldienst, Schwangerschaft oder erheblicher Behinderung bezogen werden.   

Problem Studienbeihilfe?
Bis zu einem Höchstbetrag der Jahreseinkünfte von im Regelfall € 8.000,- hat ein Zuverdienst keine Auswirkungen auf die Studienbeihilfe. Wird dieser Höchstbetrag jedoch überschritten, dann ruht im jeweiligen Kalenderjahr der Anspruch auf Studienbeihilfe im Ausmaß der Überschreitung.


Tipps – Rechtzeitig vor der Hochsaison für Ferialjobs:
• Es ist wichtig, bei der Bewerbung die Art des Ferialjobs klarzustellen. Besonders die Höhe der zustehenden Bezüge ist bei den 3 Arten sehr unterschiedlich geregelt.

• Lassen Sie die „Ferialjob-Gehaltsabrechnungen“ Ihrer Kinder von Ihrem MEDTAX-Steuerberater überprüfen. Etwaige Fehlberechnungen – und solche kommen öfter vor, als man glauben möchte - können dann sofort beim jeweiligen Dienstgeber reklamiert werden.

• Ihr Nachwuchs sollte unbedingt eine Arbeitnehmerveranlagung beim Finanzamt beantragen – auch dies bringt in den meisten Fällen bares Geld aufgrund  möglicher Rückerstattungen.

• Achtung vor dem Verlust der Kinderbeihilfe! Ab 18 Jahren führt ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von mehr als € 9.000,- zum Verlust der Familienbeihilfe für das gesamte betreffende Kalenderjahr. Zudem lohnt es sich trotz aller Argumente für Ferialjobs den Ausbildungserfolg im Auge zu behalten. Gelingt es Studierenden z.B. nicht, den ersten Studienabschnitt innerhalb der dafür vorgesehenen Mindeststudiendauer zuzüglich eines Toleranzsemesters erfolgreich abzuschließen, so ist die Familienbeihilfe bis zum tatsächlichen Abschluss des ersten Studienabschnittes zur Gänze verloren. Unter diesem Aspekt kann es mitunter sinnvoller sein die Ferienzeit zur Vorbereitung eventuell noch fehlender Diplomprüfungen zu nutzen und das „echte Arbeiten“ vorerst noch sein zu lassen.

 

 


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Team Jünger Steuerberater OG
Innsbruck