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PKW und Dienstnehmer

Im österreichischen Steuerrecht hat der PKW einen Sonderstatus...

...er ist Objekt der steuerbehördlichen Begierde, und zwar als

-) betriebliches Ordinations-KFZ
-) Dienstauto für Dienstnehmer
-) Privat-PKW von Dienstnehmern


Im Folgenden sollen die Verknüpfungen zwischen PKW und Steuer in Bezug auf die Dienstnehmer näher dargestellt werden, wenn

  • ein für die dienstliche Tätigkeit zur Verfügung gestellter Ordinations-PKW („Dienstwagen“) auch
  • für private Zwecke genutzt wird, oder
    der private PKW eines Dienstnehmers für dienstliche Zwecke (für die Ordination) verwendet wird.

Dienstwagen (auch) für Privatfahrten des Dienstnehmers:

Die private Nutzung eines Ordinations-KFZ  -  dazu zählen auch die Fahrten zwischen der Wohnung des Dienstnehmers und der Ordination!  -  stellt beim Dienstnehmer einen lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtigen Sachbezug (neben dem Gehalt als Geldbezug) dar, dh dass der Dienstnehmer davon die Lohnsteuer (0 – 50 %) und den Dienstnehmeranteil zur Sozialversicherung (ca. 18 %) zu zahlen hat und der Dienstgeber mit sämtlichen Lohnabgaben (ca. 30 %) belastet wird (Dienstgeber¬anteil zur Sozialversicherung, Dienstgeberbeitrag zum Familienlasten¬ausgleichs¬fonds, Kommunalsteuer an die Gemeinde etc.).

Der geldwerte Vorteil (Sachbezugswert) durch die private Nutzung des Ordinations-PKW beträgt 1,5 % der tatsächlichen Anschaffungskosten des PKW, maximal € 600,-- monatlich. Dieser Sachbezugswert kann auf die Hälfte reduziert werden, wenn nachgewiesen werden kann (z.B. anhand des Fahrtenbuches), dass die durchschnittliche private Nutzung (inkl. Fahrten zwischen Wohnung und Ordination) nicht mehr als 500 km monatlich beträgt. Weiters kann der lohnabgabenpflichtige Sachbezug durch Kostenanteile reduziert werden, die der Dienstnehmer dem Dienstgeber erstattet. Dabei sollte man darauf achten, dass solche Kostenbeiträge generell pro privat gefahrenem Kilometer geleistet werden (oder dass eine Einmalzahlung vor Nutzung des Dienstwagens erfolgt) und nicht etwa explizit nur die Treibstoffkosten vom Dienstnehmer getragen werden, weil dadurch nicht der Sachbezugswert als solcher vermindert wird.

Der Sachbezugswert ist auch bei sehr geringer Nutzung (zB während des Urlaubs des Dienstnehmers) in der Gehaltsabrechnung anzusetzen, weil im Gegenzug auch bei besonders umfangreicher Privatnutzung kein höherer Sachbezugswert anzusetzen ist.


Berufliche Fahrten mit dem Privat-KFZ des Dienstnehmers:

Verwendet der Dienstnehmer (s)einen privaten PKW für dienstliche  Zwecke, so können damit in Verbindung stehende Kosten bei der Arbeitnehmerveranlagung (Jahres-/Steuerausgleich) als sogenannte Werbungskosten steuermindernd geltend gemacht werden (sofern sie nicht vom Dienstgeber ersetzt werden).

Der Dienstgeber wird in der Regel die von ihm beauftragten Dienstfahrten mit dem Kilometergeld abgelten, was bei ihm eine steuermindernde Betriebsausgabe darstellt, beim Dienstnehmer aber steuerfrei bleibt. Die dienstlichen Fahrten sind entsprechend aufzuzeichnen („Fahrtenbuch“), der Auszahlung zugrunde zu legen und bei der Gehaltsabrechnung im Jahreslohnzettel zu vermerken.

Beruflich bedingte Fahrten sind aber auch z.B. Dienstreisen, Fahrten zu Fortbildungsveranstaltun¬gen, Fahrten bei beruflich bedingten Umzügen usw.

Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und Ordination/Arbeitsplatz können nicht steuermindernd angesetzt werden, da diese bereits durch den Verkehrsabsetzbetrag und das Pendlerpauschale steuerlich (in der Regel bei der Gehaltsabrechnung) berücksichtigt werden.

Für die beruflich bedingten Fahrten mit dem Privatauto des Dienstnehmers wird bei der Arbeitnehmerveranlagung üblicherweise das amtliche Kilometergeld von derzeit € 0,42 pro km geltend gemacht (Liegen sämtliche Ausgabenbelege eines Jahres für das private KFZ vor, könnten statt des Kilometergeldes auch die  tatsächlich angefallenen Kosten angesetzt werden, was aber in der Praxis kaum vorkommt.). Das Kilometergeld als Pauschalvergütung deckt alle mit dem Auto zusammenhängende Kosten ab, wie z.B. Abschreibung, Leasingraten, Finanzierungskosten, Treibstoffkosten, Reparaturkosten, Gebühren, Versicherungen, Mitgliedsbeiträge aber auch alle Park- und Maut-/Vignettenkosten.

Der Nachweis der beruflich gefahrenen Kilometer ist eine wesentliche Voraussetzung für die steuerliche Berücksichtigung bei der Arbeitnehmerveranlagung und ist grundsätzlich durch eine Aufzeichnung  der betreffenden Fahrten („Fahrtenbuch“) zu erbringen.  Die notwendigen Details umfassen: Datum, Ziel und Zweck der Fahrt (beruflicher Grund), Anzahl der gefahrenen Kilometer. Bei sehr häufigen Fahrten und sehr großer jährlicher Kilometeranzahl verlangt die Finanz auch den Kilometerstand vor und nach der jeweiligen Fahrt sowie den Zeitpunkt der Abfahrt und Rückkehr.

 


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Ärztetreuhand Braunschmid
Linz - Graz