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Liebhaberei bei einer Wahlarztpraxis

Der Unabhängige Finanzsenat hat sich wieder einmal mit der Liebhaberei bei der Führung einer Wahlarztpraxis gewidmet...

...Hier ging es darum, wie lange in einer Wahlarztpraxis, die dauernd Verluste erwirtschaftet, diese Verluste auch tatsächlich vom Finanzamt akzeptiert werden.

Der Sachverhalt:
Eine Fachärztin eröffnete 1999 eine Wahlarztordination. Bis zur Betriebsaufgabe per 31. Jänner 2006 mit einem Aufgabeverlust erzielte sie laufende Verluste. Ab 2001 war sie Schulärztin mit täglicher Ordinationszeit Montag bis Donnerstag von einer Stunde und am Freitag von zwei Stunden. Weiters war sie ab März 2003 bei einer Versicherungsanstalt mit einer Wochenarbeitszeit von 38 Stunden angestellt. Die nichtselbständigen Tätigkeiten haben inklusive der Fahrzeit für die Schularzttätigkeit insgesamt fast 9 Stunden pro Tag erfordert.
 
2003 haben die Einnahmen nicht einmal mehr 20% der Einnahmen aus 2002 betragen, dafür ist der Verlust auf das rd. 3,6-fache des Vorjahres gestiegen. Bis zur Aufgabe wurden nur mehr sehr geringe Einnahmen und im Wesentlichen stetig steigende Verluste erzielt.

Aufgrund der Entwicklungen ist bei realistischer Betrachtung und mangels Aussicht auf Verbesserung der Ergebnisse bereits spätestens im Jahr 2003 von einer Betriebsaufgabe der nebenberuflich geführten Wahlarztpraxis auszugehen. Allfällige nach 2003 gesetzte Strukturverbesserungsmaßnahmen sind daher nicht mehr von Belang.

Resumee:
Es wurden laufend Verluste erwirtschaftet, diese Verluste wurden gegen die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit verrechnet und somit konnte Jahr für Jahr eine interessante Rückzahlung aus der Lohnsteuer „verdient“ werden. Die Finanz hat rückwirkend ab 2003 bis zur Betriebsaufgabe im Jahr 2006 diese Verluste nicht anerkannt. Es ist also zu einer massiven Steuernachzahlung zuzüglich nicht unerheblicher Zinsen an das Finanzamt gekommen.


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

"Die Steuerberater"
Kenda & Lebersorger
Klagenfurt