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Gehaltsangabe in Stelleninseraten

Diese ab 1. März 2011 geltende Änderung des Gleichbehandlungsgesetzes bei der Ausschreibung von Arbeitsplätzen betrifft alle Unternehmen, somit auch Arztpraxen.

„Der/die Arbeitgeber/in …..  ist verpflichtet, in der Ausschreibung das für den ausgeschriebenen Arbeitsplatz geltende kollektivvertragliche oder das durch Gesetz oder andere Normen der kollektiven Rechtsgestaltung geltende Mindestentgelt anzugeben und auf die Bereitschaft zur Überzahlung hinzuweisen, wenn eine solche besteht.“

Neben der geschlechtsneutralen Bezeichnung des ausgeschriebenen Arbeitsplatzes bzw. des gesuchten Mitarbeiters ist das kollektivvertragliche Mindestentgelt (Gehalt und Zulagen) anzugeben. Es genügt, den Mindestlohn der entsprechenden Gruppe anzuführen. Weiters muss erkennbar sein, ob es sich um eine Stunden-, Wochen- oder Monatsentlohnung handelt. Der Kollektivvertrag, unter den der potentielle Mitarbeiter fällt, muss nicht zwingend angeführt werden.

Unter den Begriff der Ausschreibung fällt jede Art von interner oder externer Publikmachung der Arbeitskräftesuche, somit Inserate in Zeitungen und im Internet, aber auch z.B. Aushänge am Schwarzen Brett der Ordination.

Unter Mindestentgelt ist das kollektivvertragliche Entgelt für die Normalarbeitszeit zu verstehen, variable Entgeltbestandteile, Prämien, Sozialzulagen, Trinkgelder, etc. müssen nicht angeführt werden, jedoch eine Bereitschaft zu einer Überzahlung.

Diese verpflichtenden Entgeltangaben gelten sowohl für Vollzeit- als auch für Teilzeitmitarbeiter und geringfügig Beschäftigte.

Unterliegt ein Mitarbeiter keinem Kollektivvertrag und gibt es auch keine gesetzlichen Mindestentgeltnormen, so ist keine Entgeltangabe notwendig. Dies trifft für Reinigungskräfte in Ordinationen zu. Werden Ordinations-Reinigungskräfte  aber auch zu Arbeiten im Haushalt herangezogen, so gelten Hausgehilfengesetz und Mindestlohntarif; somit sind auch solche Stelleninserate mit einer Entgeltangabe zu versehen.

Bei freien Dienstnehmern besteht keine Verpflichtung zur Angabe des Mindestentgelts.

Ein Arbeitgeber, der seiner Verpflichtung zur Entgeltangabe nicht nachkommt begeht eine Verwaltungsübertretung , ist beim ersten Verstoß von der Bezirksverwaltungsbehörde zu ermahnen und hat bei weiteren Verstößen mit einer Geldstrafe bis zu € 360,-- zu rechnen.

Hält sich ein Arbeitsvermittler nicht an die Verpflichtungen, so ist er beim ersten Verstoß von der Bezirksverwaltungsbehörde zu verwarnen, bei weiteren Verstößen mit einer Geldstrafe von € 360,-- zu bestrafen.

Die Strafbestimmungen treten erst mit 01. Jänner 2012 in Kraft; bis dahin bleiben Verstöße noch sanktionslos.

 


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Ärztetreuhand Braunschmid
Linz - Graz