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Versteuerung der Sonderklassegebühren bei Spitalsärzten

Die Versteuerung von Sonderklassegebühren aus dem Jahr 2010, welche Ärzten außerhalb der Gehaltsabrechung zufließen, muß individuell erfolgen.

Die Versteuerung von Einkünften neben dem Gehaltsbezug darf nur dann unterbleiben, wenn diese pro Jahr 730,- nicht übersteigen.

 

"Klassegelder" stellen nur dann selbständige Einkünfte dar, welche im Rahmen der Steuererklärung anzugeben sind, wenn sie nicht von der Krankenanstalt im eigenen Namen vereinnahmt werden. Anderenfalls liegen nichtselbständige Einkünfte vor, von denen die Krankenanstalt Lohnsteuer abzieht.

 

Klassegelder sind dann nicht erklärungspflichtig, wenn diese aufgrund landesgesetzlicher oder beson-derer krankenhausinterner Regelungen in die monatliche Gehaltsverrechnung einbezogen sind und davon Lohnsteuer einbehalten wurde. Ob die Ihnen ausbezahlten Klassegelder bereits versteuert wurden, zeigt ein Blick auf die monatlichen Gehaltsabrechnungen: Wenn die Klassegelder unter den steuerpflichtigen Bruttobezügen aufscheinen, sind diese nicht nochmals separat in der Steuererklärung anzuführen.

 

Die neben Klassegeldern anfallenden Nebeneinkünfte wie Vertretungshonorare, Vortragshonorare sowie Assistenzen in Privatspitälern fallen ebenso wie Einkünfte aus einer regulären laufenden Arztpraxis praktisch immer unter die Einkünfte aus selbständiger Arbeit.

 

Das Finanzministerium hat diesbezüglich eine Klarstellung getroffen: Da in einzelnen Bundesländern (wie Kärnten und Steiermark) die jeweiligen Krankenanstaltengesetze vorsehen, dass die Krankenanstalt die Sonderklassengebühren im eigenen Namen einzuheben hat, können beim Arzt in diesen Fällen nur Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit vorliegen. In den übrigen Bundesländern lassen die Krankenanstaltengesetze es zu, dass der Arzt die Honorare selbst in Rechnung stellt oder die Ärztehonorare durch die Krankenanstalt im Namen und für Rechnung der Ärzte vorgeschrieben und eingehoben werden. Es liegen daher beim Arzt bei Auszahlungen ausserhalb des Dienstverhältnisses Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit vor, die in der Einkommensteuererklärung anzugeben sind.

 

Spitalsärzte, die wegen anderer Einkünfte, wie zusätzlicher Klassegelder, einkommensteuerpflichtig sind, müssen unaufgefordert beim Finanzamt eine Steuererklärung abgeben. Hier gilt der 30. April des folgenden Jahres als Stichtag. Wenn die Steuererklärung über FINANZOnline eingereicht wird, verlängert sich die Frist bis zum 30. Juni.

 

Wer aber mehr Zeit benötigt, kann beim zuständigen Finanzamt einen Antrag auf Fristverlängerung einbringen.


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Leonhart und Leonhart
Wien - NÖ