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Betriebsprüfung light – mit Tücken

Große Betrugsfälle binden Prüferkapazitäten der Finanzverwaltung, die in der Folge für die Prüfung von Steuerpflichtigen außerhalb des Hochrisikobereichs nicht zur Verfügung stehen.

Dadurch kam bzw. kommt es zu selteneren Prüfungen u.a. auch bei Ärzten. Um eine einheitliche Prüfungshäufigkeit wieder herzustellen, hat die Finanz die SKP (Standardisierte Kurz Prüfung) erfunden, die nur 1 Jahr umfasst und erst im Bedarfsfall auf weitere Jahre ausgedehnt wird.

Ziel dieser Prüfungen ist – laut Finanzverwaltung – eine Erhöhung der Motivation, sich „compliant“ zu verhalten, das Belastungsempfinden beim Steuerpflichtigen einerseits zu reduzieren, aber andererseits eine gleichmäßige Prüfungsdichte aufrechtzuerhalten sowie die Handlungsmöglichkeiten der Betriebsprüfung zu erweitern. Zielgruppe sind Unternehmen, von denen angenommen werden kann, dass sie sich grundsätzlich compliant verhalten wollen. Zu diesem Bereich werden grundsätzlich auch die Ärzte gezählt, außer es wird non-compliantes Verhalten festgestellt. Dann wird der einzelne Arzt von einem SKP-Fall zu einem Risikofall, was  dann zukünftig  erhöhte Prüfungshäufigkeit und größeren Prüfungsumfang nach sich zieht.

Während der gesamten Prüfungsdurchführung wird bei einer (zuerst nur) 1-jährigen SKP laufend eine Risikobewertung vorgenommen und bei Bedarf sofort der Prüfungsumfang ausgeweitet. Das kann sowohl in zeitlicher Hinsicht erfolgen, zB Ausweitung des Prüfungszeitraumes auf die üblichen 3 Jahre, oder auch im Hinblick auf die Anzahl der gewählten Prüffelder.

Durch diese neuen Kurzprüfungen soll es der Finanz möglich werden, auch die Nichtrisikogruppe Ärzte häufiger zu prüfen - und bei Bedarf auf eine Vollprüfung auszudehnen.

Wer von einem SKP-Fall zu einem Risiko-Fall umgestuft wird, muss in der Zukunft mit häufigen „Besuchen“ der Finanzverwaltung rechnen.

 


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Ärztetreuhand Braunschmid
Linz - Graz