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Lockerung beim Dauerbrenner Reisekosten

Neuerdings ist in bestimmten Konstellationen auch eine teilweise private Mitveranlassung kein unbedingtes Knock-Out-Kriterium mehr. Wie so oft im Steuerrecht, steckt der Teufel hier aber wieder ganz besonders im Detail.

Dabei klingt die Grundregel so einfach: Bei betrieblicher oder beruflicher Veranlassung dürfen Reisekosten steuermindernd geltend gemacht werden.

Kompliziert wird es allerdings bei sogenannten Mischprogrammen. Das sind solche, bei denen allgemeine Programmpunkte gegenüber den ausschließlich betrieblich veranlassten Tätigkeiten gemessen am zeitlichen Ausmaß nicht in den Hintergrund treten. Hier gilt, dass die gesamte Reise der Privatsphäre zuzuordnen ist. In solchen Fällen sind dann nicht einmal jene Reisekosten absetzbar, die anteilig auf einen ausschließlich beruflichen Zwecken gewidmeten Reiseabschnitt entfielen.

In der Vergangenheit galt dies auch dann, wenn privater Urlaub vorangestellt oder angehängt wurde. Auch in diesen fällen wurde bisher die gesamte Reise dem Titel "Mischprogramm" in den privaten Lebensbereich verwiesen. Lediglich ein vernachlässigbarer Freizeittag war für die Qualifikation als betriebliche Reise unschädlich.

Diese Gangart der Finanz muss durch die jüngste Rechtsprechung seit Anfang diesen Jahres nun endgültig geändert werden. Der VwGH hat nunmehr folgende Punkte für die anteilige Abzugsfähigkeit einer Mischreise manifestiert:

• Die Reise muss sich klar in einen beruflichen und einen privaten Abschnitt teilen lassen, die zeitlich aufeinander folgen müssen. Im Ergebnis wird somit nicht mehr eine ausschließlich beruflich veranlasste Reise nach dem Motto alles oder nichts verlangt, sondern es können auch die anteiligen Kosten eines ausschließlich beruflich veranlassten Reisetages zum Ansatz kommen.

• Die Fahrtkosten sind dabei in einen beruflichen und einen privaten Teil aufzuteilen. In der Regel ist dabei nach dem Verhältnis zwischen den ausschließlich beruflich veranlassten und den übrigen Aufenthaltstagen aufzuteilen. Es sei denn, dass die berufliche Veranlassung eindeutig das auslösende Moment für den Antritt der betreffenden Reise war. Hierfür verwendet der VwGH den Terminus "fremdbestimmte Reise" und konstatiert eine gänzliche Absetzbarkeit der Fahrtkosten. Dies gilt auch dann, wenn bei einer solchen Reise auch private Unternehmungen von untergeordneter Bedeutung stattfinden.

• Wenn im Zuge einer Urlaubsreise nebenbei berufliche Termine wahrgenommen werden ist weiterhin kein anteiliger Abzug der Reisekosten zulässig.

Praxistipp:

Wenn Sie gerne Nützliches mit dem Angenehmen verbinden und planen einer beruflichen Reise einen Privaturlaub anzuhängen oder umgekehrt, so sollte die vorrangige berufliche Veranlassung sowie das Vorliegen getrennter Reiseabschnitte unbedingt dokumentiert und belegt werden. Nützen Sie obiges Wissen und bedienen Sie sich unserer speziellen Reisekostenabrechnungen mit integrierter Checkliste! Kostenlos anzufordern über Ihr Steuerspartelefon: 0512/59 8 59. Wer weiß, was die Finanz will, kann sich ja wohl auch zu seinem Vorteil danach richten.


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Team Jünger Steuerberater OG
Innsbruck