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GKK-Beitragsnachzahlung 2010

Viele Beschäftigte bei Ärzten erhalten von der GKK im November eine Beitrags-nachforderung für 2010. Oft wird der Arzt zu Unrecht vom Dienstnehmer für die Nachforderung „verantwortlich“ gemacht, wenn bei ihm das (zusätzliche) Dienstverhältnis zuletzt begonnen worden ist.

Kurz-Info:

Betroffen sind geringfügig Beschäftigte (zB Schreib-, Reinigungs-, Aushilfskräfte), die 2010 entweder

a) mehrere geringfügige Dienstverhältnisse gleichzeitig oder
b) ein geringfügiges Dienstverhältnis neben einem vollversicherten hatten.

Nachzahlung:  Zirka 15 % der geringfügigen Arbeitsentgelte (soweit alle Entgelte zusammen monatlich mehr als € 366,33 betrugen). Die Nachzahlung in (max. 12) Raten ist möglich

Detail-Informationen:

Zu a) mehrere geringfügige Dienstverhältnisse

Wenn 2010 gleichzeitig mehrere geringfügige Beschäftigungen ausgeübt wurden (dazu zählen auch solche, die mittels Dienstleistungsscheck entlohnt werden) und das gesamte Entgelt aus allen Beschäftigungen im Jahr 2010 den Betrag von EUR 366,33 monatlich überstiegen hat, entstand eine gesetzliche Pflichtversicherung in der Kranken- und Pensionsversicherung (jedoch nicht in der  Arbeitslosenversicherung).

Kosten: Der Beitragssatz für Angestellte beträgt 13,65% und für Arbeiter 14,20%.
Dazu kommt noch die Arbeiterkammerumlage von 0,5%. Diese entfällt bei Freien Dienstnehmern und bei den Sonderzahlungen.

Die Berechnung erfolgt grundsätzlich nach dem Durchschnitt der Entgelte. Eine Vorschreibung nach den tatsächlichen Monatsverdiensten kann unter Vorlage der entsprechenden Lohn- und Gehaltsunterlagen beantragt werden.

Nutzen: Krankenversicherung: Die Pflichtversicherung bewirkt vollen Anspruch auf Leistungen der Krankenversicherung (zB. Krankenhausaufenthalte, ärztliche Hilfe, Heilmittel, Kranken-/Wochengeld u.a.). Pensionsversicherung: Die Beschäftigungszeiten gelten als Beitragszeiten und die daraus erzielten Einkommen erhöhen die Bemessungsgrundlage für die Pension.

Zu b) ein geringfügiges Dienstverhältnis neben einem vollversicherten

In diesem Fall werden die Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge nur von der geringfügigen Beschäftigung vorgeschrieben; die Beiträge für die vollversicherte Tätigkeit sind bereits einbehalten worden. (Hinweis: Bei einem steuerpflichtigen Jahres-Einkommen von mehr als ca € 11.000,-- kann es zusätzlich zur GKK-Nachforderung auch zu einer Lohnsteuernachzahlung kommen.)

Tipp: Machen Sie beim Abschluss eines geringfügigen Dienstverhältnisses den Dienstnehmer auf die mögliche Beitragsnachzahlung aufmerksam und empfehlen Sie ihm, diese laufend anzusparen.


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Ärztetreuhand Braunschmid
Linz - Graz