HOME

Top informiert und das völlig kostenlos! Abonnieren Sie das MEDTAX-Online-Magazin!

>> MEDTAX-Online-Magazin

Steuerfalle Schenkungsmeldung

Die Verpflichtungen aus dem Schenkungsmeldegesetz werden häufig unterschätzt.

Die Meldepflicht ist vielen Geschenkgebern und Geschenknehmern – abgesehen bei der Schenkung von Kapital¬vermögen - oft nicht bekannt, insbesondere bei der Schenkung von immateriellem Vermögen.

Um allfälligen Sanktionen zu entgehen, sollten am besten alle Schenkungen/Zuwendungen dem Steuerberater zur Prüfung einer allfälligen Schenkungsmeldepflicht bekannt gegeben werden.

Meldepflichtig sind Schenkungen zwischen:

a) Angehörigen von mehr als € 50.000,-- innerhalb eines 1-Jahreszeitraumes.
Angehörige sind u.a.:
Ehegatten/Lebensgefährte; Kinder/Wahlkinder/Pflegekinder/Schwiegerkinder/Enkel/Urenkel; Eltern/Wahleltern/Pflegeeltern/Schwiegereltern/Großeltern/Urgroßeltern;
Geschwister;  Onkel/Tanten; Neffen/Nichten; Cousin/Cousinen.

b) Nicht-Angehörigen von mehr als  € 15.000,-- innerhalb eines 5-Jahres-Zeitraumes.
Schenkungen vor dem 1.8.2008 werden nicht eingerechnet.

Die Meldepflicht binnen 3 Monaten (elektronisch mit Formular Schenk 1) tritt – unabhängig von der Staatsbürgerschaft – ein, wenn der Geschenkgeber oder der Geschenknehmer zum Zeitpunkt der Schenkung in Österreich (auch) einen Wohnsitz oder den gewöhnlichen Aufenthalt hat (wobei eine Dauer-Ferienwohnung bereits als Wohnsitz zählt). Wird eine der genannten Betragsgrenzen überschritten, sind alle zusammenzurechnenden Schenkungen  zu melden.

Schenkungsgegenstand kann sein:

  • Bargeld, Kapitalvermögen (z.B. Sparbücher, Wertpapiere)
  • Unternehmen(santeile) und Beteiligungen (z.B. Aktien, GmbH-Anteile, OG-Anteile, stille Gesellschaftsanteile)
  • bewegliches körperliches Vermögen (z.B. KFZ, Boote, Schmuck) 
  • immaterielles Vermögen (z.B. Rechte: Fruchtgenussrechte, Wohnrechte, Patente, Urheberrechte, ungeschützte Erfindungen, Rezepte, Know-how, Kundenkarteien, Geschäftsbeziehungen).

Ausnahmen von der Anzeigepflicht:

  • Wohnraum-Schenkungen zwischen Ehegatten zum Zwecke der gleichteiligen Anschaffung oder
  • Errichtung einer Wohnstätte mit höchstens 150 m2 Wohnnutzfläche zur eigenen Bewohnung
    Spenden (gewisser Art) an gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Institutionen
  • übliche Gelegenheitsgeschenke bis € 1.000,-- (z.B. Weihnachten, Geburtstag, Hochzeit, Taufe, Matura, Sponsion etc.)
  • Schenkung von vorhandenem Hausrat (gewöhnliche Wohnungsausstattung: Möbel, Geräte, Geschirr, Bilder, Teppiche, Luster, Kleidung, Wäsche. Kein Hausrat sind Gegenstände, die erst beschafft werden müssen!)
  • Grundstücke (z.B. Grund und Boden, Gebäude, Eigentumswohnungen)

Wertermittlung:
Meldepflichtig ist der gemeine Wert (der durch den Preis bestimmt wird, der im Geschäftsverkehr bei einer Veräußerung zu erzielen wäre, wobei ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse nicht zu berücksichtigen sind).

Sanktionen:
Wird die Meldung vorsätzlich unterlassen, droht eine Geldstrafe von bis zu 10 % des geschenkten Vermögens.
Wird in einem Abgabenverfahren eine (nicht gemeldete) Schenkung behauptet, so trägt der Steuerpflichtige die Beweislast, d.h. sie muss von ihm nachgewiesen werden. Eine Selbstanzeige ist nur bis zu 1 Jahr nach Ablauf der 3-monatigen Meldefrist möglich.


<< zurück zur Übersicht
Dieser Beitrag wurde verfasst von

Ärztetreuhand Braunschmid
Linz - Graz