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Krankmeldungen - richtige bzw. optimale Vorgangsweise durch den Dienstgeber

Ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Angestellten und Dienstgebern ist eine schöne Sache. Trotzdem gilt auch da die alte Regel: genaue Rechnung, gute Freunde.

Und sollte dieses Vertrauen einmal getrübt sein, gilt die "Arbeitsgerichtsregel", wonach immer der Dienstnehmer am längeren Ast sitzt, wenn der Dienstgeber nicht alles belegen und beweisen kann. Um solchen Problemen vorzubeugen, möchten wir Ihnen nachstehend einige Tipps rund ums Thema Krankmeldungen ans Herz legen.

1. Grundsätzlich sind Ihre Mitarbeiter verpflichtet, ohne Verzug eine Dienstverhinderung zu melden.

2. Führen Sie in Ihrem Betrieb ein, dass sich Mitarbeiter NUR bei Ihnen persönlich oder bei Personalbeauftragtem Ihres Betriebes (z. B. Ihr/e Gatte/Gattin) krank melden dürfen. Erklären Sie, dass Sie Krankmeldungen, die per SMS, per E-Mail oder gar per Facebook einlangen oder an andere Mitarbeiter gemeldet werden, nicht akzeptieren.

3. Sobald sich Mitarbeiter bei Ihnen oder Ihrem Personalbeauftragten "krank" melden, fordern Sie sie unbedingt auf, dass Ihnen eine "Arbeitsunfähigkeitsbestätigung" (= Krankmeldung) übermittelt wird. Sie können dies auch bereits für den 1. Krankentag verlangen, nicht erst ab dem 3. Krankentag, wie vielfach angenommen wird.

Und - ganz wichtig: Sie müssen die Arbeitsunfähigkeitsbestätigung bei jedem Krankenstand neu anfordern. Eine pauschale Anforderung für alle künftigen Krankenstände oder eine Aufforderung im Dienstvertrag genügt nicht.

4. Eine korrekte Arbeitsunfähigkeitsbestätigung beinhaltet folgende Punkte:
* Krankheitsbeginn
* Art der Erkrankung (Krankheit, Unfall  --> NICHT die Diagnose)
* Voraussichtliche Dauer der Arbeitsverhinderung

5. Leiten Sie die Arbeitsunfähigkeitsbestätigung immer an Ihre Lohnverrechnungsstelle weiter!

6. Wird trotz Ihrer Aufforderung keine Arbeitsunfähigkeitsmeldung geliefert, dann machen Sie Ihre Mitarbeiter darauf aufmerksam, dass dies umgehend nach zu holen ist, da ansonsten für die Fehltage kein Anspruch auf Gehalt besteht!

7. Wenn Ihre Dienstnehmerin trotz Aufforderung zur Vorlage einer Krankmeldung längere Zeit "ungeklärt" vom Dienst ferngeblieben ist und bei Wiedererscheinen am Arbeitsplatz keinen rechtmäßigen Hinderungsgrund für das Fernbleiben nennen und auch keine Arbeitsunfähigkeitsbestätigung vorlegen kann, so können Sie eine Entlassung aussprechen. Diese muss allerdings dann umgehend erfolgen. Die Dienstnehmerin darf nicht erst mit der Arbeit beginnen oder überhaupt an diesem Tag arbeiten! Bitte dabei aus Beweisgründen möglichst alles schriftlich zur Kenntnis bringen!

Tipp: Halten Sie vor Aussprache der fristlosen Entlassung immer mit Ihrer Lohnverrechnungsstelle bzw. Ihrem Steuerberatungsbüro Rücksprache.

Wollen wir hoffen, dass Sie die obigen Tipps möglichst nur vorsorglich und vorbeugend und nie als Ernstfall brauchen.

 


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Team Jünger Steuerberater OG
Innsbruck