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Urlaub

Ausmaß - Vereinbarung – Arbeitsverhinderung – Erkrankung – Verbrauch - Ablöse

Urlaubsausmaß

Für jedes Arbeitsjahr (= ab Eintrittsdatum) gebührt ein bezahlter Urlaub im Ausmaß von

• 25 Arbeitstagen (bei einer 5-Tage-Woche) bzw. 30 Werktagen (= Wochentage Montag – Samstag). Nach Vollendung des 25. Dienstjahres erhöht sich der Urlaubsanspruch auf 30 Arbeits- bzw. 36 Werktage.

Arbeitet der Arbeitnehmer regelmäßig weniger als 5 Arbeitstage pro Woche, ist der Urlaubsanspruch in die entsprechenden Arbeitstage umzurechnen (Beispiel: Arbeitet jemand nur dienstags, stehen 5 Dienstage Urlaub zu).

Urlaubsvereinbarung

Der Zeitpunkt des Urlaubsantritts und die Urlaubsdauer sind zwischen Arzt und Arbeitnehmer zu vereinbaren, unter Berücksichtigung

• der betrieblichen Interessen des Arztes und
• der Erholungsmöglichkeiten des Arbeitnehmers.

Es besteht weder ein einseitiges Anordnungsrecht des Arbeitgebers, noch ein einseitiges Antrittsrecht des Arbeitnehmers.

Der Arbeitnehmer kann den Urlaub nur bei notwendiger Pflege eines erkrankten, im gemeinsamen Haushalt lebenden maximal 12-jährigen Kindes einseitig antreten, soweit der Anspruch auf Pflegefrei-stellung (maximal 2 Wochen pro Arbeitsjahr) bereits verbraucht ist.

Auch in Zeiträumen, in denen die Ordination geschlossen ist, wird vom Arbeitnehmer Urlaub nicht automatisch konsumiert, sondern muss ebenfalls konkret vereinbart werden.

Tipps:
• Ein Betriebsurlaub sollte bereits im Vorhinein schriftlich vereinbart werden, wobei allerdings nicht der gesamte Jahresurlaub vom Betriebsurlaub erfasst sein darf.

• Aus Beweisgründen sollte jede Urlaubsvereinbarung schriftlich abgeschlossen werden! Das Schweigen des Arbeitgebers auf einen vom Arbeitnehmer geäußerten Urlaubswunsch kann unter Umständen als Zustimmung zum Urlaubsantritt gewertet werden (Die Urlaubsvereinbarung ist grundsätzlich nämlich an keine besondere Formvorschrift gebunden und kann schriftlich, mündlich, aber auch schlüssig zustande kommen.).

Urlaub und Arbeitsverhinderung

Für Arbeitsverhinderungen, bei denen Entgeltfortzahlungsanspruch besteht (z.B. Krankenstände, Pflegefreistellungen oder sonstige wichtige Hinderungsgründe), kann ein Urlaub rechtswirksam nicht vereinbart werden (z.B.: Ein Arbeitnehmer nimmt eine von der Gebietskrankenkasse bewilligte Kur (= Krankenstand) in Anspruch. Eine Urlaubsvereinbarung für diese Zeit ist unzulässig.).

Urlaub und Erkrankung

Erkrankt der Arbeitnehmer während des Urlaubs für mehr als 3 Kalendertage, gelten die während des Urlaubs liegenden Krankenstandstage nicht als Urlaubstage, wenn der Arbeitnehmer

• den Arbeitgeber nach 3-tägiger Krankheitsdauer unverzüglich von der Erkrankung verständigt, und
• nach Wiederantritt der Arbeit eine ärztliche Krankenstandsbestätigung (inklusive Bestätigung über die Zulassung des Arztes bei Erkrankung während eines Urlaubs im Ausland)

unaufgefordert vorlegt.

Eine Urlaubsunterbrechung durch Krankheitstage berechtigt den Arbeitnehmer nicht, das vereinbarte Urlaubsende (automatisch) zu verschieben!

Urlaubsverbrauch

Grundsätzlich sollte der Jahresurlaub möglichst bis zum Ende des jeweiligen Urlaubsjahres verbraucht werden. Unverbrauchte Urlaube (bzw. Urlaubsteile) werden in das nächste Urlaubsjahr übertragen.

Der Urlaub kann in zwei Teilen verbraucht werden, wobei ein Teil mindestens sechs Werktage betragen muss. Auf Wunsch des Arbeitnehmers kann aber auch der Verbrauch einzelner Urlaubstage (oder Tagessanteile) rechtswirksam vereinbart werden.


Urlaubsablöse in Geld

Vereinbarungen über den Verzicht des Arbeitnehmers auf den Jahresurlaub bei gleichzeitiger Ablöse in Geld widersprechen dem Urlaubszweck und sind daher rechtsunwirksam.

 


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Ärztetreuhand Braunschmid
Linz - Graz