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Steuerbegünstigte „Abfertigung alt“ trotz Weiterbeschäftigung

Dienstverhältnisse, die vor dem 01.01.2003 begonnen wurden und bei denen seither kein Übertritt in das System „Abfertigung neu“ erfolgt ist, unterliegen dem System „Abfertigung alt“.

Dabei erwirbt der Dienstnehmer über die Jahre einen Anspruch auf Abfertigung, also eine Zahlung anlässlich der Beendigung des Dienstverhältnisses. Je nach Dauer der Beschäftigung besteht ein Anspruch auf Zahlung von bis zu 12 Monatsentgelten. Die Abfertigungszahlung ist beim Dienstgeber zur Gänze Betriebsausgabe, unter Anwendung des normalen Tarifsteuersatzes (bis zu 50 %). Beim Zahlungsempfänger (Dienstnehmer) ist die Zahlung in der Regel nur mit 6 % zu versteuern, bei Dienstverhältnissen mit Angehörigen ergibt sich somit durch Ausnutzung der unterschiedlichen Steuersätze ein Netto-Vorteil für das Familien-Budget. Voraussetzung für die steuerbegünstigte Abfertigungszahlung ist die Auflösung des Dienstverhältnisses. Eine unmittelbar anschließende Weiterbeschäftigung kann diese Steuerbegünstigung zu Fall bringen. In zwei kürzlich veröffentlichten Erkenntnissen des Verwaltungsgerichtshofes (VwGH) hatte das Höchstgericht über derartige Fälle zu befinden. Dabei wurden einige Aspekte zur steuerbegünstigten Abfertigung klargestellt: 1. Wenn es sich bei dem Anschlussdienstverhältnis um eine im Wesentlichen unveränderte Weiterführung des ersten Dienstverhältnisses handelt, steht die Steuerbegünstigung nicht zu. 2. Bei einer Reduktion des Dienstverhältnisses (Stundenausmaß und Gehalt) um mindestens 25 % ist von einem grundsätzlich geänderten (neuen) Dienstverhältnis auszugehen, die Steuerbegünstigung steht demzufolge zu. 3. Wenn bereits im Vorfeld die spätere Rückkehr zu den Bedingungen des ersten Dienstverhältnisses in Aussicht gestellt oder zugesagt wurde, steht die Steuerbegünstigung trotz (vorübergehender) Reduktion nicht zu. Fazit: Es besteht durchaus die Möglichkeit, trotz Weiterbeschäftigung in der Ordination eine steuerbegünstigte Abfertigung an Mitarbeiter – insbesondere Angehörige – auszubezahlen. Die steueroptimale Gestaltung sollte allerdings gut aufbereitet sein, um eine spätere Anfechtung der Steuerbegünstigung durch das Finanzamt zu vermeiden. Konsultieren Sie am besten frühzeitig Ihren MEDTAX-Steuerberater.


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Ärztetreuhand Braunschmid
Linz - Graz