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Jobsharing für Zahnärzte

Ähnlich wie bei den Ärzten schon seit 2013 gibt es nun auch für Vertragszahnärzte die Möglichkeit unter bestimmten Voraussetzungen eine/n Kollegin/en zur Vertragserfüllung hinzuzuziehen.

Sachliche Voraussetzung dafür ist, dass auf Grund persönlicher Umstände die Einhaltung der Ordinationszeiten im vollen Umfang erschwert ist.

So wurde für folgende Fälle ein maximaler Jobsharing-Zeitraum wie folgt festgelegt:
• Kinderbetreuung bis zum Schuleintritt.
• Altersteilzeit für maximal 5 Jahre vor dem Erreichen des Regelpensionsalters.

Eine Verlängerung aus besonderen Gründen kann im Einvernehmen mit den Versicherungsträgern und der jeweiligen Landeszahnärztekammer vereinbart werden.

Insgesamt wurde das Jobsharing sehr stark reglementiert, wie folgt:

• Der Vertragszahnarzt muss weiterhin mindestens 50% der vereinbarten Ordinationszeiten persönlich bestreiten.  Abweichungen können im Einzelfall vereinbart werden.


• Die Ordinationszeiten der Sharingpartner dürfen sich nicht decken.

• Bei Altersteilzeit ist eine unbedingte Kündigungserklärung des Kassenvertrages abzugeben, welche allerdings innerhalb eines Jahres widerrufen werden kann. Eine weitere Altersteilzeit nach einem Widerruf ist dann aber nicht mehr möglich.

• Der Sharingpartner darf keine eigene Vertragszahnarztordination führen und an der Ordinationsstätte des Vertragszahnarztes keine Wahlarztordination haben.

• Bei Überschreitung der Honorarsumme um 25% des Basiswertes (valorisierter Durchschnitt der letzten drei Jahre) muss das Jobsharing beendet werden. Liegt der Basiswert unter dem Durchschnitt der Vertragszahnärzte des jeweiligen Versicherungsträgers, so erhöht sich der Überschreitungsprozentsatz.

• Ein Anspruch des Sharingpartners auf einen späteren Kassenvertrag besteht nicht.

Der Vertragszahnarzt hat das geplante Jobsharing mindestens 3 Monate vorher den Versicherungsträgern und der zuständigen Landeskammer unter Angabe aller Parameter bekannt zu geben. Erfolgt innerhalb eines Monats kein Einspruch, so gilt Einverständnis. Die Konditionen zwischen den Sharingpartnern (Dauer, Honorar, Ordinationszeiten etc.) sind im Innenverhältnis zu regeln.

Resümee:  Im Kinderbetreuungsfall möglicherweise eine Hilfe, im Altersteilzeitfall eine zähe Sache mit wenig Charme.


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Team Jünger Steuerberater OG
Innsbruck