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Steuerreform 2016

Der neue Tarif

Damit will die Regierung die unteren und mittleren Einkommen entlasten und so zu einer Erhöhung der Kaufkraft und Konsumquote beitragen. Wir kennen es ja, das ewig gestrige Geschwätz unserer Politiker von Konjunkturbelebung, Wachstum & Beschäftigung. Lesen Sie hier was wirklich dahinter steckt bzw. was Sie sich davon persönlich erwarten können:

Höherer Arbeitnehmerabsetzbetrag
Herzstück der Maßnahmen sind die neuen Steuersätze, wie sie im untenstehenden Schaukasten abgebildet sind. Ergänzt wurde das Ganze für Gehaltsbezieher noch mit einer Anhebung des Arbeitnehmerabsetzbetrages auf 400,- Euro pro Jahr. Bisher betrug dieser gemeinsam mit dem Verkehrsabsetzbetrag (wurde in den Arbeitnehmerabsetzbetrag integriert) 345,- Euro.

Höhere Negativsteuer
Jemand, der so wenig verdient, dass nicht einmal Lohnsteuer anfällt, bekommt zudem einen Teil der einbehaltenen Sozialversicherungsbeiträge über den sogenannten Steuerausgleich wieder zurück. Bisher waren dies maximal 110,- Euro p.a. Ab 2016 werden das bis zu 400,- Euro sein. Da kommt ja dann in Relation zu solchen Minieinkünften ja doch etwas zusammen.

Was bringt das Netto?
Was bedeutet das aber alles zusammen unter dem Strich für Sie persönlich? Dazu hat das Ministerium unter www.bmf.gv.at/entlastung ein Berechnungstool zur Verfügung gestellt. Hier können Sie Ihre künftige Steuerersparnis herausfinden. Das Tool ist für Gehalts- und Pensionsbezieher gedacht. Bei Einkünften aus selbständiger Tätigkeit führt der neue Tarif zu einer Ersparnis von bis zu 2.355,- Euro pro Jahr. Das ist bei einem Jahreseinkommen ab 90.000,- aber unter 1 Million Euro der Fall. Bei einem steuerpflichtigen Jahresgewinn von 60.000,- Euro sparen Sie gegenüber bisher z.B. 1.755,- Euro pro Jahr ein und bei 25.000,- Euro sind es 910,- Euro, die Netto mehr im Geldtascherl bleiben. Allerdings werden diese Zugewinne durch die ebenso beschlossene Erhöhung der Höchstbemessungsgrundlage zur Vorschreibung von Sozialversicherungsbeiträgen wieder relativiert. Neben der üblichen jährlichen Anpassung wird es 2016 zu einer außerordentlichen Erhöhung von 100,- Euro pro Monat kommen. Insgesamt wird die monatliche Bemessungsgrundlage von derzeit 4.650,- auf 4.840,- Euro - und das mal 14 - steigen. Daraus resultiert für selbständig tätige Ärzte mit einem Einkommen über der Höchstbemessungsgrundlage eine zusätzliche Belastung  auf Beiträgen zur Pensionsversicherung in Höhe von 532,- Euro. Der aus der Tarifsenkung verbleibende Vorteil beträgt bei einem Gewinn ab 90.000,- somit rd. 1.800,- Euro jährlich.

Resümee:
In der Hoffnung, dass der bisherige Gewinnfreibetrag erhalten bleibt, kann damit unter dieses Kapitel der Steuerreform jedenfalls ein positiver Schlussstrich gezogen werden. Wir hoffen, dass es dabei bleibt und halten Sie auf dem Laufenden.


Die neuen Steuersätze ab 2016:

Neben den unteren Einkommensschichten profitieren auch Besserverdiener im Bereich zwischen 60.000 und 90.000 Euro Jahreseinkommen. Hier fällt der bisherige Spitzensteuersatz von 50% auf 48% ab.

bis 11.000    0 %
über 11.000 bis 18.000 25 %
über 18.000 bis 31.000 35 %
über 31.000 bis 60.000 42 %
über 60.000 bis 90.000 48 %
über 90.000 bis 1 Mio 50 %
über 1 Mio  55%

Statt den bisherigen 4 Stufen (0%, 36,5 %, 43,21% und 50 %) haben wir nun also 7 Stufen.

 


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Team Jünger Steuerberater OG
Innsbruck