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Herbst 2015

Das 4. Quartal 2015 hat begonnen. Einige Wochen bleiben noch, um sich Gedanken über die Steuerbelastung zu machen. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihre Steuerlast für das Jahr 2015 minimieren können.

Was unbedingt bis 31.12.2015 erledigt werden muss:

Registrierkassenpflicht
Ab 1.1.2016 gibt es für alle Unternehmen, die einen Jahresumsatz von über € 15.000 erwirtschaften und die dabei mehr als € 7.500 Barumsätze lukrieren, die Pflicht, eine Registrierkasse anzuschaffen. Weiters bestehet ab 2016 die Verpflichtung, jedem Kunden bzw. Patienten einen Beleg für die erbrachte Leistung auszustellen.
Sollten Sie ein Ordinationsprogramm eines Softwareanbieters benutzen, fragen sie diesen, ob Ihr System den Anforderungen der Registrierkassen entspricht. Wenn Sie kein solches System besitzen, sind Sie verpflichtet, eine Registrierkasse anzuschaffen.

Grunderwerbsteuer
Durch Änderung der Bemessungsgrundlagen und der Steuersätze der Grunderwerbsteuer kann es ratsam sein, noch im Jahr 2015 Grundstücke im Familienverband zu übertragen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Steuerberater, Notar oder Rechtsanwalt.


Steuerliche „Ideen“ für Ärzte mit selbständiger Tätigkeit

Investitionen und sonstige Ausgaben
Sollten Sie sich überlegen, noch heuer eine Investition zu tätigen, so steht die halbe Jahresabschreibung zu. Alle Wirtschaftsgüter, die unter 400 Euro kosten, können sofort als Ausgaben geltend gemacht werden und mindern den Gewinn. Besonders interessant ist auch heuer wieder der Gewinnfreibetrag.

Gewinnfreibetrag
Auch heuer gibt es wieder die Möglichkeit, durch Investitionen Steuer zu sparen. Der Gewinnfreibetrag beträgt 13 % des Jahresgewinnes 2015. Dabei gewährt der Gesetzgeber für € 30.000 automatisch den Grundfreibetrag in Höhe von € 3.900,-- (= 30.000 x 13 %). Übersteigt der Jahresgewinn € 30.000, kann für den übersteigenden Teil der Gewinnfreibetrag geltend gemacht werden.
Ein Beispiel: Beträgt der Gewinn € 130.000, wird automatisch der Grundfreibetrag in der Höhe von 13 % von € 30.000, also 3.900,-- berücksichtigt. Für die verbleibenden € 100.000 können durch Investitionen in Wohnbauanleihen oder Wirtschaftsgüter noch einmal 13 %, also 13.000 gewinnmindernd geltend gemacht werden. In Summe beträgt dadurch der Steuerabsetzposten € 16.900, die Steuerersparnis € 8.450,--.
Die Behaltefrist dieser Investitionen beträgt vier Jahre.
Für die Veranlagungen 2013 bis 2016 hat der Gesetzgeber den Gewinnfreibetrag (GFB) wie folgt reduziert: Für Gewinne bis € 175.000 bleibt der GFB bei 13 %, es ändert sich nichts. Für Gewinne zwischen 175.001 und € 350.000 beträgt der GFB 7 %, zwischen € 350.001 und € 580.000 beträgt der GFB 4,5 %, für Gewinne über € 580.000 entfällt der GFB. Somit kann der maximale GFB € 45.350 betragen (bis 2012 maximal € 100.000).


Vorziehen von Betriebsausgaben
Durch Vorziehen von Betriebsausgaben wie Mieten oder Medikamente betreffend das Jahr 2016 in das Jahr 2015 kann das steuerliche Ergebnis gesenkt werden. Es dürfen jedoch nur Ausgaben geltend gemacht werden, die tatsächlich das Jahr 2016 betreffen, nicht auch das Jahr 2017. Nachteil: Wer diese Vorauszahlung im Folgejahr unterlässt, muss dann die „erwirtschaftete“ Steuer wieder zurückzahlen. Sollten Sie bereits vergangenes Jahr vorausgezahlt haben, ist es im Regelfall sinnvoll, dies auch heuer wieder zu tun.
Achtung: Für unverarbeitete Edelmetalle wie z.B. Gold bei Zahnärzten, die nach dem 31.3.2012 angeschafft werden, gibt es eine neue Regelung. Diese dürfen erst dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn sie verbraucht werden.

Zusatzpensionen bzw. Risikoabsicherung für MitarbeiterInnen
Der Abschluss von Lebens-, Kranken- oder Unfallversicherungen für alle Arbeitnehmer oder bestimmte Gruppen ist bis zu 300 Euro pro Jahr und Arbeitnehmer steuerfrei. Man kann auch für alle Arbeitnehmer oder nur für bestimmte Gruppen einen Pensionskassenvertrag abschließen. Normalerweise wird hierbei das beitragsorientierte Modell gewählt, bei welchem maximal zehn Prozent des Jahresbruttoeinkommens in die Pensionskasse eingezahlt werden kann. Es fallen keine Lohnnebenkosten an, die spätere Auszahlung wird der Lohnsteuer unterworfen.

Geschenke an MitarbeiterInnen und Betriebsveranstaltungen
Sachzuwendungen an Arbeitnehmer als Weihnachtsgeschenk sind innerhalb eines Freibetrages von € 186 für den Arbeitnehmer steuerfrei. Das gilt auch für Gutscheine oder Goldmünzen. Das gilt selbstverständlich auch für Geburtstagsgeschenke, aber alle Geschenke während des Jahres werden unter Berücksichtigung des Freibetrags zusammengezählt.
Kosten von Betriebsveranstaltungen wie Weihnachtsfeier oder Betriebsausflug sind pro Arbeitnehmer und Jahr bis zu € 365 erlaubt, ohne dass eine Steuer- und Sozialversicherungspflicht beim Arbeitnehmer entsteht.
Es ist auch denkbar, Essenbons an Mitarbeiter steuerfrei abzugeben.

Zuschuss zu Kinderbetreuungskosten
Leistet der Arbeitgeber für alle oder bestimmte Gruppen  seiner Arbeitnehmer einen Zuschuss für die Kinderbetreuung, dann ist dieser Zuschuss bis zu einem Betrag von € 500 jährlich pro Kind bis zum zehnten Lebensjahr von der Lohnsteuer und SV-Beiträgen befreit.

Jobticket
Zur Förderung des öffentlichen Verkehrs wurde die Möglichkeit geschaffen, dass der Arbeitgeber seine Arbeitnehmer für die Wegstrecke Wohnung – Arbeitsstätte – Wohnung mit einem Massenbeförderungsmittel befördern lässt (z.B. Streckenkarte). Die Rechnung muss auf den Arbeitgeber lauten und hat den Namen des Arbeitnehmers zu beinhalten.

Aufbewahrungsfrist
Zum Jahresende läuft die siebenjährige Aufbewahrungspflicht für Aufzeichnungen des Jahres 2008 aus. Diese können daher ab 1.1.2016 vernichtet werden. Belege, die mit anhängigen Berufungsverfahren oder mit Grundstücken in Verbindung stehen, sind jedoch weiterhin aufbewahrungspflichtig (bis zu 22 Jahre!). Selbstverständlich gilt eine Aufbewahrungspflicht auch für Verträge, die noch gültig sind.

Steuerliche „Ideen“ für alle Ärzte und Ärztinnen

Sonderausgaben
Prämien für freiwillige Lebens-, Unfall- oder Krankenversicherungen sind nach wie vor bis zum einem jährlichen Höchsteinkommen von 36.400 Euro zu einem Viertel von 2.920 Euro absetzbar.
Zwischen 36.400 Euro und 50.900 Euro gibt es eine Einschleifregelung, darüber hinaus können diese nicht mehr abgesetzt werden. Bei Alleinverdienern und Alleinerziehern verdoppelt sich der Höchstbetrag auf 5.840. Der Nachkauf von Pensionszeiten darf übrigens unbeschränkt abgesetzt werden. Beim Kirchenbeitrag beträgt die Obergrenze € 400,--.

Außergewöhnliche Belastungen
Ausgaben beispielsweise für Arzt, Medikamente, Spital, Zahnbehandlungen oder medizinisch notwendige Kuraufenthalte können im Jahr der Bezahlung unter dem Titel außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden. Steuerwirksam werden diese jedoch erst, wenn der vom Einkommen abhängige Selbstbehalt in Höhe von sechs bis 12 Prozent in Abhängigkeit vom Einkommen überschritten wird. Für andere Belastungen wie etwa Unterhaltszahlungen, Behinderungen oder auswärtige Berufsausbildungen gibt es unabhängig von der tatsächlichen Höhe der geleisteten Zahlungen fixe Absetzbeträge.

Spenden
Bestimmte Spenden sind steuerlich absetzbar. Den Link dazu finden Sie auf unserer Homepage unter www.die-steuerberater.at rechts unten im „Blackboard“ oder direkt auf der Homepage des Finanzministeriums unter www.bmf.gv.at. Die Höhe der Spenden ist mit 10 % der Vorjahreseinkünfte begrenzt.
Neben Wissenschaft, Erwachsenenbildung, Kunst und Behindertensport sind  Spenden für karitative Zwecke mit folgendem Hintergrund zu nennen: Mildtätigkeit, Entwicklungshilfe, Katastrophenhilfe Umweltschutz und Tierschutz.
Auch die Absetzbarkeit von Spenden für die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren und der Landesfeuerwehrverbände.
Um sicher zu gehen, dass die Spenden auch tatsächlich steuerlich absetzbar sind, lohnt sich jedenfalls ein Blick auf die oben genannten Homepages.

Kinderbetreuungskosten
Betreuungskosten für Kinder bis zum 10. Lebensjahr sind steuerlich ohne Selbstbehalt absetzbar. Der Maximalbetrag beträgt € 2.300,-- pro Jahr und Kind. Als Kinderbetreuungskosten gelten Kosten von der angestellten Oma über den Kindergarten bis zum Hort. Es sind bestimmte Kriterien zu erfüllen, um die gezahlten Gelder steuerlich geltend machen zu können.


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

"Die Steuerberater"
Kenda & Lebersorger
Klagenfurt