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Lohndumping-Gefahren in Arzt-Ordinationen

Das Nichtgewähren von Entgelten, die gemäß Kollektivvertrag, Verordnung bzw. Gesetz verpflichtend sind, stellt sogenanntes „Lohndumping“ dar und kann zu schwerwiegenden Sanktionen führen...

Das Nichtgewähren von Entgelten, die gemäß Kollektivvertrag, Verordnung bzw. Gesetz verpflichtend sind, stellt sogenanntes „Lohndumping“ dar und kann zu schwerwiegenden Sanktionen führen(z.B. empfindliche Geldstrafen; behördliche Information der Dienstnehmer, dass ihnen ihr Dienstgeber nicht das gebührende Entgelt bezahlt hat etc.).

Lohndumping/Unterentlohnung kann in der Praxis wesentlich schneller gegeben sein, als man hinlänglich annimmt!

Wenn eine Entlohnung, z.B. für

-) Grundgehalt oder Grundlohn
-) Mehrstunden (bei Teilzeitbeschäftigten)
-) Überstunden
-) Zulagen (z.B. Infektions-/Strahlenzulage)
-) Zuschläge (für Mehr- oder Überstunden)
-) Sonderzahlungen
-) Urlaub (Urlaubsentgelt)
-) Krankenstand (Krankenstandsentgelt)
-) Feiertage (Feiertagsentgelt)
-) Urlaubsersatzleistung

ganz unterbleibt oder unterhalb der Mindestwerte liegt, führt dies zu Lohndumping und somit zu Sanktionen (Nachzahlung und ggf. hohe Verwaltungsstrafen).

Häufige Praxisgefahren für Lohndumping:

1. Einreihung in eine falsche Beschäftigungsgruppe
2. Vordienstzeiten wurden nicht korrekt angerechnet
3. Wechsel in eine höhere Beschäftigungsgruppe nach Absolvierung von Prüfungen übersehen
4. Mehrstundenzuschläge bei Teilzeitbeschäftigten wurden nicht (vollständig) vergütet
5. Regelmäßig geleistete Überstunden wurden bei Urlaub, Krankenstand und Feiertagen nicht berücksichtigt
6. Überstunden, die lt. Kollektivvertrag mit einem Zuschlag (z.B. 50 %; 75 %; 100 %; 150 %) zu entlohnen sind, wurden ohne Zuschlag abgegolten
7. Arbeitsleistungen an gesetzlichen Feiertagen wurde nicht abgegolten
8. Nachtarbeitszeiten (frühmorgens oder abends)  lt. Kollektivvertrag wurden nicht berücksichtigt.

Strafen:  ab € 1.000,-- pro Dienstnehmer!

Verhängte Verwaltungsstrafen sind nicht als Betriebsausgabe absetzbar und scheinen in einer Strafevedenzdatei auf. Zusätzlich werden bei Strafen die von Lohndumping betroffenen Dienstnehmer schriftlich von der Behörde informiert, was sicher ein sehr schlechtes Licht auf den Dienstgeber wirft und einen entsprechenden Ruf nach sich zieht.

Das bedeutet u.a. auch, dass Arbeitszeitaufzeichnungen in der Ordination ordnungsgemäß geführt und aufbewahrt werden müssen. Bei einer unangekündigten Überprüfung in der Ordination durch das Arbeitsinspektorat müssen die Arbeitszeitaufzeichnungen vorgelegt werden können. Bei absolut fixer und schriftlich vereinbarter Arbeitszeiteinteilung kann die Aufzeichung entfallen; jede Abweichung ist  jedoch schriftlich festzuhalten/aufzuzeichnen.

 


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Ärztetreuhand Braunschmid
Linz - Graz