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Was tun, wenn der Patient nicht zahlt?

Was tun, wenn Patienten die Privathonorare schulig bleiben?

Wir werden immer wieder mit der Frage konfrontiert, was denn zu tun sei, wenn Patienten die Privathonorare schuldig bleiben.

Um dieses Problem gar nicht erst aufkommen zu lassen, ist die optimale Lösung, die Honorare gleich bar oder per Bankomatkassa einzunehmen. Aber…..

ACHTUNG – ab 2016 Registrierkassenpflicht
Im Regelfall sind Sie verpflichtet, ab dem Jahr 2016 Ihre Bareinahmen mittels einer Registrierkasse zu erfassen.
Sollten Sie beabsichtigen, im Jahr 2016 Ihre Verrechnung auf Erlagscheinzahlungen umzustellen, diese Umstellung unmittelbar durchführen und es daher absehbar ist, dass die Barumsatzgrenze von 7.500 im Jahr 2016 nicht mehr überschritten wird, dürfen Sie auf eine Registrierkasse verzichten. Die Belegerteilungspflicht und Einzelaufzeichnungspflicht gilt.
Wird die Grenze überschritten, gilt wieder die Registrierkassenpflicht.

Was tun, wenn der Eingang am Bankkonto auf sich warten lässt?

Als Arzt wird man einige Zeit verstreichen lassen, bevor man überlegt, geeignete Schritte zu unternehmen.

Selbstverständlich kann es passieren, dass Patienten einfach vergessen oder übersehen, eine Honorarnote zu begleichen. Je nachdem, wie gut der Kontakt zu dem jeweiligen Patienten ist, wird man es zuerst einmal mit einem Anruf probieren. Hier kann man in netter Art und Weise daran erinnern, dass die Honorarnote noch offen ist. Ich würde sagen, dass damit auch schon ca. 90 % der Probleme aus dem Weg geräumt sind und in der Regel wenige Tage später das Geld bei der Bank einlangt. Obendrein ist es den Patienten oft peinlich, dabei „erwischt“ worden zu sein, nicht gezahlt zu haben.

Trifft keine Zahlung ein, wird man zu schriftlichen Mahnungen übergehen.
Das erste Mahnschreiben ist sehr höflich verfasst und wird meist als „Zahlungserinnerung“ bezeichnet. Weiters erhält dieses den Hinweis, dass das Schreiben als gegenstandslos betrachtet werden kann, falls zwischenzeitlich die Rechnung bezahlt wurde.

Das zweite Schreiben ist ernst abgefasst und nimmt Bezug auf das erste. Ein drittes Mahnschreiben erfolgt am besten eingeschrieben, mit Fristsetzung und eventuell einer Mahngebührenverrechnung. Dazu kommt noch der Hinweis, dass bei Nichtbezahlung weitere kostenpflichtige Eintreibungsschritte gesetzt werden.

Erfolgt noch immer keine Zahlung, kann entweder ein Inkassobüro oder ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden. Diese kümmern sich in weiterer Folge um die Eintreibung des offenen Betrages.

Der Schritt der Übergabe an ein Inkassobüro oder einen Rechtsanwalt ist gut zu überlegen. Der Arzt / die Ärztin kennt seine Patienten am besten.

Er/Sie muss sich folgende Fragen stellen:
Wie schätze ich die Wahrscheinlichkeit ein, dass der Patient überhaupt bezahlt? Kann es sein, dass mich die Eintreibung selbst mehr kostet als sie bringt? Schade ich aus irgendwelchen Gründen meinem Image, wenn ich einen Anwalt oder ein Inkassobüro für die Eintreibung einschalte?

Es wird vom individuellen Fall abhängen, welche Schritte man wie setzt, um zu seinem Geld zum kommen.


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

"Die Steuerberater"
Kenda & Lebersorger
Klagenfurt