HOME

Top informiert und das völlig kostenlos! Abonnieren Sie das MEDTAX-Online-Magazin!

>> MEDTAX-Online-Magazin

Die Steuerreform 2015/2016

Es tut sich viel – vielleicht ist auch etwas für Sie dabei! Ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen.

Einkommensteuertarif NEU
Für Einkommen bis 11.000 Euro pro Jahr sind keine Steuern zu bezahlen. Ab einem Einkommen von 11.000 Euro pro Jahr kommen ab der Veranlagung 2016 sechs verschiedene Tarifstufen zur Anwendung. Die maximale Ersparnis gegenüber dem Tarif von 2015 ist 2.355 Euro.


Entlastung von Selbständigen analog zur Sozialversicherungserstattung für Arbeitnehmer
Die Mindestbeitragsgrundlagen nach dem GSVG werden ab 1.1.2016 auf das Niveau der Geringfügigkeitsgrenze  in Höhe von 415,72 Euro gesenkt. Durch diese Neuregelung werden Selbständige, die bei  der SVA versichert sind und bei einem niedrigen Einkommen keine Steuern zahlen, entlastet.


Verdoppelung des Kinderfreibetrags
Der Kinderfreibetrag beträgt ab der Veranlagung 2016
- 440 Euro jährlich, wenn er nur von einem Steuerpflichtigen geltend gemacht wird
- 300 Euro jährlich, wenn er von zwei Steuerpflichtigen für dasselbe Kind geltend gemacht wird


Automatische Berücksichtigung bestimmter Sonderausgaben (z.B. Spenden)
Spenden, Kirchenbeiträge und Beiträge für die freiwillige Weiterversicherung und den Nachkauf von Versicherungszeiten werden im Rahmen der Veranlagung automatisch berücksichtigt. Es wird ein automatischer Datenaustausch zwischen der empfangenden Organisation und der Finanzverwaltung eingerichtet.  Diese Regelung gilt für Zahlungen, die ab dem Jahr 2017 geleistet werden.


Abschaffung der Topf-Sonderausgaben
Für bestehende Verträge (z.B. Versicherungsverträge), die vor dem 1.1.2016 abgeschlossen wurden, gilt die Absetzbarkeit noch bis 2020. Für Neuverträge gibt es bereits für das Jahr 2016 keine Absetzmöglichkeit mehr.


Entfall der Mietzinsbeihilfe
Diese Förderung wurde mit 31.12.2015 abgeschafft.
Erhöhung der Kapitalertragsteuer auf bestimmte Einkünfte aus Kapitalvermögen
Der Steuersatz von 25 Prozent kommt nur mehr für Kapitalerträge aus Geldeinlagen bei Kreditinstituten in Frage. Für alle anderen Einkünfte aus Kapitalvermögen wird der Steuersatz ab 2016 auf 27,5 Prozent angehoben.


Änderung bei der Verlustverrechnung für Einnahmen-Ausgaben-Rechner
Verluste von Einnahmen-Ausgaben-Rechnern können – wie bei Bilanzierern – zeitlich unbegrenzt vorgetragen werden. Die Neuregelung gilt ab der Veranlagung 2016.


Auslaufen der Bildungsfreibeträge und Entfall der Bildungsprämie
Diese beiden Begünstigungen entfallen ab dem Jahr 2016, da sie keine ausreichende Anreizwirkung für die betrieblichen Bildungsmaßnahmen enthalten.

Belegerteilungspflicht und Belegannahmepflicht
UnternehmerInnen sind ab dem 1.1.2016 verpflichtet, Belege mit bestimmten Mindestinhalten auszustellen und ihren Patienten und Kunden auszuhändigen. Die Kunden sind verpflichtet, den Beleg entgegenzunehmen und bis außerhalb der Geschäftsräumlichkeiten bei sich zu tragen.


Anpassung der Immobilienertragsteuer
Der besondere Steuersatz von 25 Prozent wird auf 30 Prozent angehoben. Diese Erhöhung betrifft auch Grundstücksversäußerungen im betrieblichen Bereich. Der Inflationsabschlag entfällt.


Anpassung bei Abschreibung von Betriebsgebäuden
Ab dem Jahr 2016 gilt ein einheitlicher Abschreibungssatz von 2,5 Prozent. Bei Vermietung bleibt der Abschreibungssatz bei 1,5 Prozent. Wurde bisher ein abweichender Abschreibungssatz verwendet, reduziert oder erhöht sich die Abschreibung ab dem Jahr 2016 entsprechend.


Anschaffungskosten bebauter Mietgrundstücke im Privatvermögen
Ab der Veranlagung für das Jahr 2016 werden die Anschaffungskosten bebauter Mietgrundstücke pauschal zu 60 Prozent auf das Gebäude und zu 40 Prozent auf den Grund aufgeteilt. Dies gilt nicht, wenn die tatsächlichen Verhältnisse offenkundig erheblich davon abweichen.
Die Neuregelung gilt in der Regel auch für bereits vermietete Gebäude (bisher 80 Prozent Gebäude, 20 Prozent Grund).


Verlängerung des Verteilungszeitraumes von Instandsetzungsaufwendungen
Das betrifft vor allem die Vermietung und Verpachtung. Statt die Instandsetzung auf 10 Jahre zu verteilen, gilt ab 2016 ein Zeitraum von 15 Jahren.


Anpassungen beim PKW-Sachbezug
Der Sachbezug ab dem Jahr 2016 wird mit monatlich 2 Prozent, maximal 960 Euro angesetzt. Für Kraftfahrzeuge mit einem CO2-Emissionswert von nicht mehr als 130 Gramm pro Kilometer ist ein Sachbezug von  1,5 Prozent, maximal 720 Euro monatlich anzusetzen.


Einführung eines Umsatzsteuersatzes von 13 Prozent
Es gibt ab 1.1.2016 einen zusätzlichen Steuersatz. Dieser findet vor allem für die Lieferung und Einfuhr von Tieren und Pflanzen sowie Futtermitteln, aber auch für Filmvorführungen und Eintritten zu sportlichen Veranstaltungen Anwendung. Weiters gilt der 13-prozentige Steuersatz ab 1.5.2016 auch für Beherbergungen, also Übernachtungen in Hotels und für Eintrittsberechtigungen zu kulturellen Veranstaltungen.


Neuerungen bei der Grunderwerbsteuer
Ab 1.1.2016 wird der Grundstückswert als Bemessungsgrundlage bei der unentgeltlichen Übertragung von Grundstücken herangezogen. Bei Grundstücken aus der Land- und Forstwirtschaft bleibt alles beim Alten.
Die Steuer beträgt beim unentgeltlichen Erwerb von Grundstücken für die ersten 250.000 Euro 0,5 Prozent, für die nächsten 150.000 Euro 2 Prozent und darüber hinaus 3,5 Prozent.


Einschränkung des Bankgeheimnisses in Finanzverfahren
Es wird ein zentrales Kontenregister geschaffen, auf das Staatsanwaltschaften, Strafgerichte, Finanzstrafbehörden, das Bundesfinanzgericht und auch die Finanzämter zugreifen können. Größere Kapitalabflüsse ins Ausland sind bereits ab 1.3.2015 zu melden.


<< zurück zur Übersicht
Dieser Beitrag wurde verfasst von

"Die Steuerberater"
Kenda & Lebersorger
Klagenfurt