HOME

Top informiert und das völlig kostenlos! Abonnieren Sie das MEDTAX-Online-Magazin!

>> MEDTAX-Online-Magazin

Abschied von der Ausgabenpauschale für Poolgelder

Poolgeldbezieher sollten daher wirklich all Ihre beruflichen Kosten dokumentieren und belegen.

Für Klinik- und Spitalsärzte mit Pool¬geldbezügen gab es auch die Möglichkeit, die Ausgaben pauschal in Höhe von 12 % der Einnahmen anzusetzen. Dies hat immer dann Sinn gemacht, wenn die tatsächlichen Ausgaben geringer waren als die Pauschale. Neben diesen Pauschalsätzen konnten zusätzlich bestimmte tatsächlich getätigte Ausgaben, wie z.B. Ärztekammerbeiträge, Sozialversicherungsbeiträge, Personalausgaben und auch Steuerberatungskosten sowie Werbungskosten in Zusammenhang mit einem Dienstverhältnis in Abzug gebracht werden.


Damit ist es seit einiger Zeit nun leider vorbei.

Der Anfang vom Ende geht bereits auf das Jahr 2007 zurück. Hier haben der Verwaltungsgerichtshof (2007) und der Unabhängige Finanzsenat Linz (2008) befunden, dass durch den Abzug des Hausanteiles von den Poolgeldern ja bereits tatsächliche Kosten abgesetzt wurden und somit die Pauschale nicht mehr zusteht. Gegen diese Vorgangsweise konnten sich die MEDTAX-Kanzleien eine Zeit lang mitunter recht gut zur Wehr setzen, da laut dem jeweiligen Landeskrankenanstaltengesetz in einigen Bundesländern die Sondergebühren ja nur im Namen des „Abteilungsvorstandes“ verrechnet werden und der Hausanteil nur von den honorarberechtigten Ärzten zu tragen ist. Folgedessen vertraten wir in diesen Bundesländern (z.B. in Tirol) die Ansicht, dass nur die Klinikvorstände, Abteilungsleiter und Konsiliarärzte von dieser Rechtsprechung betroffen sind und die nachgeordneten Ärzte weiterhin von der Pauschalierung Gebrauch machen dürfen. Vor diesem Hintergrund haben wir bei all diesen Ärzten jährlich einen Günstigkeitsvergleich zwischen Pauschal- und Echtkostenvariante angestellt und die günstigere Gangart zum Ansatz gebracht. Dies hat vor allem bei Beziehern von hohen Poolgeldern zu wesentlichen Ersparnissen geführt.


Nun sind aber leider auch uns die Hände gebunden, da im vergangenen Jahr weitere Judikate aufgetaucht sind, die nun auch auf die oben dargestellte Regelung abzielen. Dabei wird nun vermeint, dass auch die nachgeordneten Ärzte, unabhängig von der Regelung im jeweiligen Krankenanstaltengesetz, den Hausanteil wirtschaftlich mittragen. Nach unseren jüngsten Erfahrungen ist nun auch die Finanzverwaltung auf diesen Zug aufgesprungen und streicht die Pauschalansätze heraus. Eine Beschwerde ist auf Grund der bereits vorliegenden  Judikatur chancenlos.

Tipp & Resümee: Vor diesem Hintergrund wird es wichtiger denn je, dass Sie wirklich all Ihre beruflichen Kosten dokumentieren und belegen.  Im Zweifel gilt: Lieber zu viel als zu wenig. Ihr MEDTAX-Steuerberater wird in jedem Fall das Beste daraus machen.

 


<< zurück zur Übersicht
Dieser Beitrag wurde verfasst von

Team Jünger Steuerberater OG
Innsbruck