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Gewinnplanung & Steuerregulierung 2016

Wildbrettwochen, Törggele- & Ganslzeit, wenn es so weit ist, dann sollte auch das Steuerjahr 2016 schon bald „gegessen“ sein. Auf Basis einer Hochrechnung im Herbst können Gewinn und Steuern alljährlich kontrolliert geplant werden

Interessant dabei ist, dass auch in gewinnschwachen Jahren, z.B. bei neu eröffneten Praxen (siehe Beispiel unten), einige Tausend Euros herausgeholt werden können.

Aber zunächst zu den gewinnstarken Jahren:
Hier gilt es die nahende Einkommensteuernachzahlung für das ablaufende Jahr möglichst gering zu halten, indem Gewinne in das nächste Jahr verschoben werden. Dies ist insbesondere dann interessant, wenn akuter höherer Geldbedarf besteht z.B. für private Immobilien. Oft liegt der Nutzen aber auch einfach darin, die Liquidität bei stark steigenden Umsätzen so lange wie möglich für weitere Investitionsprojekte in der Ordination zu halten oder Schwankungen zwischen einzelnen aufeinanderfolgenden Jahren zu glätten. Die Technik ist ganz einfach:

Gewinnverschiebetechniken:

• Timen Sie Honorarnoten von Privatleistungen so, dass der Zahlungseingang erst im nächsten Jahr erfolgen kann.
• Geben Sie die Abrechnungen an die kleinen Kassen so verspätet weiter, dass die Überweisung der Honorarsumme erst nach dem 31.12. erfolgt.
• Bezahlen Sie alle offenen Eingangsrechnungen noch bis zum 31.12. diesen Jahres.
• Decken Sie sich noch heuer ausreichend mit Ärztebedarf, Implantaten, Kontaktlinsen, Hausapothekenware und sonstigem Material ein und bezahlen Sie dieses auch noch heuer.
• Geben Sie alle anstehenden Reparaturen noch heuer in Auftrag und leisten Sie entsprechende Anzahlungen.

In gewinnschwachen Jahren funktioniert das ganz genauso mit umgekehrten Vorzeichen und kann einiges bringen wie folgt: Da der Steuersatz von der Gewinnhöhe abhängt, zahlt man erst ab einem Jahresgewinn von 90.000 € die berühmt berüchtigten 50%.
Darunter liegt der Grenzsteuersatz zwischen 25 und 48%. Die ersten 11.000 € vom Gewinn sind überhaupt vollkommen steuerfrei. Lässt man den Dingen freien Lauf, so kann es passieren, dass die unteren Progressionsstufen leer bleiben und so verpuffen.

Gelingt es nun, Einkommensteile der Folgejahre vorzuziehen, so können die unteren Progressionsstufen aufgefüllt und genützt werden. Wie das folgende Beispiel zeigt, kann dies Tausende von Euros bringen:

 

Beispiel: Ordinationseröffnung am 1.10.2016

 

Einnahmen 10-12/2016      60.000 €

Gesamtausgaben              59.000 €

Gewinn                              1.000 €

Steuerbelastung                        0 €

Eine Steuer würde erst ab 11.000 € anfallen. Wie das obige Beispiel zeigt, geht bei einem Einkommen darunter dieser steuerfreie Betrag größtenteils verloren. Werden nun z.B. Einnahmen in Höhe von 10.000 € vorgezogen, ergibt sich dadurch für das Eröffnungsjahr immer noch keine Einkommensteuer. Im Folgejahr vermindert sich der Gewinnausweis dadurch aber um diese 10.000 €. Bei einer angenommenen Progression 2017 von 50% bedeutet dies ein Steuerersparnis von bis zu 5.000 €!

Tipp: Noch vorteilhafter ist es, einen höheren Betrag vorzuziehen. Gelingt es z.B. heuer aus einer voraussichtlichen Null einen Gewinn von 31.000 € zu machen, so fallen heuer zwar 6.300 € an Steuern an, im Folgejahr führt dies aber zu einer Steuerersparnis von bis zu 15.500 €. Unter dem Strich haben Sie damit rd. 9.000 € lukriert.

Hinsichtlich der Bezahlung von Betriebsausgaben kann Ihnen also die „Aufschieberitis“ in gewinnschwachen Anfangszeiten gute Dienste leisten. Bei den Einnahmen sollten Sie im Gegenzug besonders auf einen raschen Lauf der Dinge achten.

Tipp: Sprechen Sie in der Anlaufphase rechtzeitig mir Ihren Lieferanten über die Vereinbarung entsprechender Zahlungsziele, nicht nur zur Aufrechterhaltung Ihrer Liquidität, sondern speziell zum Jahresende hin in Hinblick auf eine Steueroptimierung.

 


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Dieser Beitrag wurde verfasst von

Team Jünger Steuerberater OG
Innsbruck